Gartenplanung – runderneuern, Teil 3

Christiane schreibt am 11. Februar

Liebe Svenja…

Anfang April 2018  ging es dann endlich los mit dem Garten der Familie Rosenglück!

(Zur Erinnerung – es gibt noch den ersten Teil, das ist die Bestandsaufnahme und den zweiten Teil, das sind die Planungen.)

Der Winter hatte uns 2018  noch spät mit relativ großer Härte erwischt. So konnte Jörg Naggatz mit seinen Mitarbeitern erst am 3. April mit den Ausschneide – und Rodungsarbeiten beginnen. Bis Mitte März hatten wir Frost bis -12°C . Der Boden war gefroren, was man hier noch merken kann. Wir sind hier nicht weit vom Hemmelsdorfer See entfernt… der Grundwasserstand ist hoch und es hatte im Winter viel geregnet. Und in dieser tiefsten Ecke des Garten herrscht noch  der ursprüngliche schwerere  Lehmboden vor, während wir weiter oben aufgefahrene, leichtere Erde vorfinden. Wie du siehst…  hier unten jedenfalls haben wir die reinste, feinste Baggermatsche!

Bodenverhältnisse prüfen

Man muss doch immer den Boden an verschiedenen Stellen des Gartens prüfen. Ich hatte mich erst von leicht sandigen Maulwurfshügeln im oberen Bereich täuschen lassen. Bekam aber von den Eignern, die ich jetzt einmal Rosenglück taufen werde, den Hinweis auf unterschiedliche Bodenverhältnisse auf dem Grundstück.

Das hat mich bewogen, die Erde auch hier unten etwas geschmeidiger, leichter zu machen. Vor allem soll Bambus gepflanzt werden, der hat es gern etwas humoser und leichter. Und es jätet sich leichter, macht einfach mehr Spass, wenn der Boden zugänglicher ist. Es gedeihen auch einfach mehr Staudenarten, wenn ich zumindest die oberen 20 cm mit humusreicher lockerer Erde durchsetze. Auch das Einbringen von Sand macht Sinn, besonders bei Rasenflächen. Außerdem habe ich damit fast eine Garantie, dass die doch etwas verwöhnten Stauden – Jungpflanzen aus den 9er Töpfen gut anwachsen können.

 

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Thomas fährt die humusreiche Pflanzende mit der Motorkarre in den Garten. Gut kann man erkennen, wie matschig lehmig der Boden ist, der hier einst Rasen war.

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Linkerhand ist bereits Boden aufgefahren, den wir beim  Einpflanzen mit dem Unterboden vermengen werden.  Um 10 cm wird das Bodenniveau hier auf der Nordseite erhöht. Die Bambusen stehen hier schon Schlange… sie wollen ja alle am Zaun entlang eingepflanzt werden.

Fargesia m. ‚Jadeberg‘, um nochmal auf Deine Frage von Teil 2 zurückzukommen, Svenja, ist tatsächlich wenig bekannt. Sie ist gut sonnenverträglich, was bei Fargesias nicht selbstverständlich ist. Die jungen Austriebe sind ein bisschen rötlich, ein Sonnenschutz. Also er wird 3-4m hoch und wächst klohnig… bildet also keine Ausläufer, wie Sasa, Pleioblastus oder Phyllostachys. Bekanntere gute Sorten sind ‚Standing Stone‘ oder ‚Superjumbo‘, die Du sicher kennst.

Toni stellt  hier auf der kurzen Ost/Südseite, bei den Johannisbeeren, schon mal die geplanten Bambus auf ihren Platz. Auch hier wird noch Boden aufgefahren werden. Zenkl 28

Rechterhand haben wir das Rundbeet mit vielen Narzissen, die sich dort seit einigen Jahren versamt haben… zur großen Freude von Rosenglücks! Ich finde das auch sehr, sehr schön, weil sie hier so wildhaft und natürlich daherkommen und nicht mit anderen Sorten vermengt worden sind.

Trompeten – Narzisse ‚Topolino‘ wird sich weiter versamen, dank des lehmigen und feuchten Bodens. Einfach entzückend… oder?!

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Behutsamer Maschineneinsatz

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Wir lassen das Rundbeet nun zur Linken hinter uns und schauen über die Rasenfläche nach Südwesten auf das Haus… auf die Holzterrasse mit den beiden Buchsbäumen davor.  Und sehen einem Haufen Holzschnitzel, entstanden aus dem Strauchwerk. Denn dort am Zaun sind ja die ganzen Hahnendorn gerodet worden. Mit Bagger und Holzhächseler waren sie hier gestern noch zugange. Es war eine ziemliche Wühlerei… und so piegsig, mit dem Hahnendorn. Was Rosenglücks da jahrelang geleistet haben, um die wüchsen Sträucher in Heckenform zu halten… heftig, heftig!

Gehen wir mal dahin: der Zaun steht jetzt nackt und bloß da und der Pflanzgraben für die Buchenhecke ist bereits vorbereitet. Und noch immer ragen Wurzelreste aus dem Boden…

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…Ausläufer von der Quitte und Baumsämlinge, die hier zu einem Teppich verwoben waren. Direkt unter dem Apfelbaum und unter der Quitte werden sie Stück für Stück mit der Hand entfernt werden müssen, um das Wurzelwerk nicht unnötig zu beschädigen.

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Gleich gegenüber, vor der Südterrasse, sind nur die beiden Strauchrosen stehen geblieben. Der Ranunkelstrauch mit seinen vielen Ausläufern mußte gehen und gut können wir hier die andere Bodenstruktur erkennen. Sie ist humos  und feinkrümelig, keine Spur von Matsch, obwohl auch mit dem Bagger gearbeitet wurde. Dennoch kommt noch Pflanzende auf das Beet, weil zu wenig Erde da ist. Das Niveau stimmt noch nicht im Verhältnis zum Rasen und zur Holzterrasse.

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…neues Spiel… neues Glück!

Nach einer knappen Woche sind wir soweit, dass wir alle Substrate eingebracht und alles gepflanzt haben… unter Dauereinsatz von 4-5 Leuten. Jetzt müssen noch die Rasenflächen gemacht werden… und die Mulcherei ist auch noch nicht fertig.

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Hier im Vorgarten hat das Beet zwischen den Pflasterwegen eine Kies -Deckschicht von 5 cm bekommen. Du erinnerst Dich: Prachtkerzen und Gräser haben wir im oberen Bereich gepflanzt. Weiter nach rechts den Storchschnabel ‚Biokovo‘.

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Ein Schwenk nach links bremst  unseren Blick am großen Stein, der quasi mitten im Weg liegt. Stop!… sagt er. Für Unbefugte ist das Betreten des hinteren Gartens verboten. Links vor dem Stein haben wir einer Birke einen besseren Platz gegeben, mit Anbindung an Baumpfähle. Diese Papierbirke stand hinten im hinteren Garten und stammt ursprünglich aus Schweden, wo Familie Rosenglück ein Ferienhaus hat.

Bereiche miteinander verbinden

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Bis an die hintere Hausecke durchgegangen stehe ich jetzt vor dem Apfelbaum, wo einst eine Krüppelkiefer stand. Gut erkennt man rechts die alte Struktur des Kräutergartens mit den Balken und mit einem Salbei. Wir haben hier mit Feldsteinen dazugestaltet und auch hier Kieselsteine  in der Körnung 0/8mm eingebracht. Diese Körnung ist wie grober Kies, man kann auch gut darin pflanzen. Und hier hat die Lieblings – Taglilie ihr neues Zuhause gefunden. Du erinnerst die 2 Stauden, die der Familie wichtig waren?

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Ein Blick nach links auf die Nordgrenze gibt den Blick frei auf die Vogeltränke, zwei Granit – Becken, die auch schon vorhanden waren. Wir haben auch an diesem Platz mit Feldsteinen gearbeitet und wieder mit Kies.

Durch das Wiederholen gleicher Gestaltungelemente  verbinde ich die Beete miteinander. Gebe eine Stimmung vor, eine Ausrichtung. Das sind hier u. a. Steine und Kies. Und die Rotlaubigkeit von einem bereits vorhandenem Jap. Fächerahorn war hier zu isoliert , zu wenig. Ich habe die Fasanenspiere ‚Diabolo‘ vor die Weidenelmente dazugestaltet. Und dann immer wieder das  immergrüne Gras Carex morr. ‚Variegata‘ fächig als Bodendecker eingesetzt, wie ein Unterkleid. Der Garten soll gerne wie aus einem Guss daherkommen… mit unterschiedlichen Erlebensbereichen.

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Ein paar Meter weiter auf der Nordgrenze entlanggerutscht landet unser Blick auf dem Surfbrett und dem kleinen Sitzplatz. Mit etwas Konzentration  läßt sich dahinter eine Eibenhecke als Grenzbepflanzung erkennen. Links vom Brett größere … rechts noch sehr kleine. Wir haben alle jungen Eiben, die auf dem Grundstück gepflanzt waren, sowie Sämlinge, von denen es auch welche gab, dort versammelt. Die dunkle Eibenhecke in der Nord/Ost – Ecke gibt dem Auge Halt und hält ganz gut die Energien des Gartens zusammen.

Das Mulchen der Beete

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Das eigene Häckselgut hatte natürlich nicht gereicht, um alle Beete mit einer 3-5 cm Schicht zu versorgen. Wir haben Holzschnitzel dazugekauft…  und diese gröberen Hackschnitzel karrt Matthias nun auf den hinteren Bereich mit den Gehölzen. Wir haben sämtliche Pflanzflächen sorgfältig abgedeckt. Das verhindert das Aufkeimen von Samen, die es hier reichlich geben wird. Ihr erinnert Oregano, Zitronenmelisse und Süßdolde, die den Garten beherrscht hatten. Hinzu kommen etliche Wildkräuter , die bei Bodenbewegung immer ihre Chance wittern, ein Plätzchen an der Sonne zu ergattern.

Wenn ich die Flächen abdecke, verhindere ich also ganz gut das Keimen der Saat. Das verhindert aber nicht im Boden verbliebende Wurzeln am erneuten Austreiben. Und es hält die Feuchtigkeit im Boden… schützt vor schneller Austrocknung. Das war für 2018 der Joker. Die Eheleute Rosenglück sind trotzdem nicht in den Urlaub gefahren, wie wir z. B. auch nicht. Wir haben unsere Pflanzen gegossen… ist doch klar!

Gesagt sei hier auch noch, dass Hornspäne unter die Hackschnitzel gehören, denn zum Verrotten entziehen sie dem Boden Stickstoff, der den Pflanzen dann fehlt. Sie verhungern, werden gelb. Gelbes Laub steht in erster Linie für Stickstoffmangel.

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Und Sascha macht die Rasenfläche klar für die Neuaussaat… harkt und harkt und harkt und …

Für mich gibt es jetzt nichts mehr zu tun… ich fahre nach Hause.

Fertig… der Abschlussgang

Am 10. April ist der Garten fertig. Wir hatten bestes Arbeits – Wetter mit Sonnenschein, was den Boden dann doch recht schnell abtrocknen ließ.

Ich gehe mit den Eheleuten Rosenglück durch den verwandelten Garten. Sie sind zurück von ihrer Urlaubswoche zum schwedischen Ferienhaus, ein schon länger geplanter Tripp, den sie jetzt nicht verschoben hatten. Sie ließen uns machen und danken nun und ich danke für das immense Vertrauen, was sie uns entgegengebracht haben.

 

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Wir stehen hier auf der Südterrasse mit dem Terrassenbeet, was jetzt große grüne Büschel zeigt. Es ist Allium. Es kamen an verschiedenen Stellen des Gartens Zwiebelgewächse angewachsen, die wir alle vorsichtig ausgegraben hatten und erstmal in Kisten beiseite gestellt. Später haben wir sie an passenden Stellen eingepflanzt, verschiedene Narzissensorten gehören auch dazu. An der Süd – Grenze vor uns die neu gepflanzte Buchenhecke.

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Auf der Holzterrasse, um die Ecke gegangen: direkt vor mir das schlank gewordene Terrassenbeet mit einem neuen Saum aus Japanspiere ‚Magic Carpet‘ mit seinem rötlichen Laubaustrieb. Unterpflanzt wurden die vorhandenen Buchsbäume und Rosen wieder mit der immergrünen Segge, Carex morr. ‚Variegata‘. Sie sind mit 5 Stück pro Quadratmeter so eng gesetzt, dass sie in 3-4 Jahren zu einer Fläche zuwachsen werden.

Wir sitzen noch eine Weile auf dem kleinen Sitzplatz unter der Kirsche und plauschen….

Es hat wirklich sehr großen Spass gemacht, diesen völlig aus den Fugen geratenen Garten wieder zu zähmen… so will ich es jetzt einmal nennen. Familie Rosenglück hatte den Garten Stück für Stück im Laufe der Jahre liebevoll zu dem gemacht, was er war und was er auch noch immer ist. Nur haben sie nicht die Wüchsigkeit und die Versamungs – Kraft so einiger Pflanzen einschätzen können. Vielleicht könnte man es auch als eine Art von re-setting bezeichnen, was wir hier gemacht haben.

Verborgene Schönheit zu erkennen und wieder sichtbar zu machen ist mein Liebstes! Deshalb heißt meine Firma ja auch : Gartenzeit – Entwurf schöner Gärten.

Ich bin neugierig auf die Rosenblüte in diesem Garten… Du auch?

Bis dann… herzlich, Tine

 

 

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