Tomaten – Aufzucht und Hege

Svenja schreibt am 6. Februar

Liebe Tine,

langsam kribbelt es in den Fingern, Tomaten auszusäen, oder?
Wenn man Zusatzlicht hat, kann man da jetzt im Februar ja auch schon beigehen….

Wir haben ja jahrelang ganz viele Tomaten angezogen, hier schreibe ich Dir meine Erfahrungen auf:

Tomatentest
Es macht Spaß, verschieden Sorten auszuprobieren.

Sortenauswahl

Tomaten mögen regengeschützte Standorte, die voll sonnig liegen.  Gerade in Norddeutschland empfiehlt es sich, robuste Sorten auszuwählen, die auch mit kühleren und feuchteren Sommern gut klarkommen. Es macht Spaß, auch neue Sorten auszuprobieren – schreiben Sie sich auf, welche Sorte bei Ihnen gut gedeiht und welche nicht.

Wir haben dieses Jahr ein besonders schönes Tomatensortiment zusammengestellt und ich erlaube mir hier einmal, darauf hinzuweisen….

Tomaten
Tomaten in Multitopfplatten

Anzucht

Tomaten können im Februar und März, zur Not auch noch April ausgesät werden. Sie keimen in fast jedem Substrat, es empfiehlt sich, aber hochwertige Aussaaterde zu verwenden. Zwei Wochen nach der Keimung werden die Sämlinge leicht gedüngt, damit sie zügig zu kräftigen Pflanzen heranwachsen. Und natürlich sollte man sie schnell in größere Töpfe setzen, damit sie ein schönes Wurzelsystem bilden können. Säen Sie Tomaten einzeln in Module oder Torftöpfchen; wenn man sie in Saatschalen vorzieht und dann pikiert, werden sie im Wachstum gestört und brauchen länger, um groß zu werden. Wir müssen hier natürlich auf der Fensterbank oder im geheizten Gewächshaus vorziehen. Die Sämlinge brauchen möglichst viel Licht, damit sie buschig und nicht lang und schlackerigwerden. Wer kein Zusatzlicht hat, sollte später aussäen.
Wenn im April das Wetter schön ist, kann man sie von der Fensterbank tagsüber nach draußen bringen und abends wieder hereinholen.

frischgetopfte Tomaten
frischgetopfte Tomaten

Standort, Boden und Pflanzung

Am besten ist es natürlich, wenn die Tomaten ins Gewächshaus können. Wer keines hat, könnte seinen Tomaten einen Unterstand bauen, unter dem sie vor Regenfällen geschützt sind.

Tomaten
Im Gewächshaus stehen Tomaten sehr gut, wir haben sie in Kompost in großen Kübeln stehen.

In Töpfen fühlen sich besonders wohl vor einer Südwand, am besten regengeschützt durch den Dachüberstand oder ein Extra-Tomatendach.
Der Standort sollte so sonnig wie möglich sein, je sonniger, desto besser schmecken die Tomaten.
Eine Sorte, mit der wir sehr gute Erfahrungen im Freiland gemacht haben ist die Kartoffelblättrige Sorte ‘Matina‘.
Setzten Sie Tomaten in gut gedüngte Erde, je besser das Substrat, desto besser die Voraussetzungen für gesunde Pflanzen. Kompost zur Pflanzerde zu geben, hat sich bewährt und auch ein Bodenaktivator, zum Beispiel von Oscorna bereitet den Boden gut für die Pflanzen vor.
Wer keinen eigenen Kompost hat, kann auch etwas Oscorna Animalin in den Boden einarbeiten.  Die Tomatenpflanzen werden am besten möglichst tief gesetzt. Dann entwickeln sich vom Stängel aus noch neue Wurzeln.  Nach der Pflanzung sollten Sie Ihre Tomaten gut wässern.

Die meisten Tomaten müssen gestäbt werden.  Bitte reinigen Sie die schon gebrauchten Stäbe oder Spiralen mit heißem Essigwasser, um Pilzsporen und andere Krankheitserreger zu vernichten. Wenn Sie Ihre Tomaten an Garn ziehen, sollten Sie immer neues benutzen. Kleine Busch- und Wildtomatensorten kommen mit ein paar Bambusstäben als Stütze aus. Auch diese bitte mit Essigwasser reinigen.

Gießen, Düngen und Ausgeizen

Geizen Sie Ihre Tomaten regelmäßig aus, mindestens einmal die Woche.  Das bedeutet, dass Sie die Seitentriebe, die in den Blattachseln wachsen, entfernen, also heraus brechen oder schneiden. Genießen Sie dabei den herrlichen Duft der Pflanzen!
Gießen Sie Ihre Tomaten regelmäßig, in heißen Sommern jeden Tag. Wenn man unregelmäßig gießt, platzen die Früchte leicht auf. Gießen Sie durchdringend, damit das Wasser bis zu den feinen, tiefen Wurzeln gelangt. Gießen Sie großflächig, damit die flachen Wurzeln Nährstoffe aufnehmen können. Und gießen Sie morgens, damit die Pflanzen gut abtrocknen können, falls doch einmal Wasser auf die Blätter kommt. Düngen Sie Ihre Tomaten einmal die Woche – am besten mit Tomatendünger.
Entfernen Sie alle Blätter in Bodennähe, bis zu einer Höhe von 30 cm. Wenn sich vier bis fünf Rispen mit Blüten entwickelt haben, sollten Sie den Haupttrieb der Pflanze auskneifen. Mehr Früchte reifen in unseren Sommern meist nicht aus. Die Pflanze kann so ihre Kraft auf diese Fruchtstände konzentrieren. Aber: das gilt nicht für Buschtomaten oder Wildtomatensorten. Auch die reichtragenden Kirschtomaten bringen in guten Sommern mehr hervor.

Tomaten
Hier kann schon mal durchgepflückt werden.

Krankheiten

Die Früchte platzen, wenn unregelmäßig gegossen wird.
Magnesiummangel zeigt sich durch Blätter, die zwischen den Blattadern gelb werden.
Krautfäule ist eine große Gefahr für Tomatenpflanzen, gerade im Freiland. Zur Vorbeugung kann man mit Schachtelhalmabsud spritzen. Wenn die ersten Flecken auf den Blättern zu sehen sind, mit Knoblauchabsud spritzen. Alle befallenen Blätter sofort entfernen und verbrennen oder in den Müll (auf keinen Fall auf den Kompost!).

Tomaten
Tomaten mit Basilikum ist ein Sommerhit!

Die Früchte der Arbeit

Wenn nach einem schönen Sommer dann die ersten Nachtfröste drohen, ernten Sie Ihre Tomaten ganz und gar ab.  Was noch grün ist, kann mit der gesamten Pflanze im Keller aufgehängt werden und reift so noch nach.  Oder Sie legen die – mit etwas Stängel abgeschnittenen – grünen Tomaten in Zeitungspapier verpackt in einen nicht ganz kalten Raum, die Luft dort sollte leicht feucht sein.  Auch dann reifen sie nach.

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