Kompostkomposition mit Wolle

Christiane schreibt 3.Februar

Komponieren… kompostieren, hat es denselben Wort – Ursprung… was meinst Du dazu… liebe Svenja? Jedenfalls ist Kompostkomposition eine Wortschöpfung, die mir gerade gut gefällt, weil sie so passend ist. Denn was tue ich anderes als zu komponieren beim Kompostieren. Ich bringe Zutaten zusammen. Bringe sie in Einklang, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen… fruchtbare Erde! Und das müssen dann auch die richtigen Stoffe sein, sonst wird das nichts. Es gilt zusammenzubringen, was miteinander zu harmonischen Verbindungen heranreifen kann.

Der Komposthaufen ist das Herz des Gartens

Ein schöner Garten ist ein gesunder Garten. Gesund und wüchsig sind Pflanzen nur, wenn sie optimale Bedingungen haben. Die Ansprüche können allerdings, je nach Pflanzenart, sehr unterschiedlich… ja direkt gegensätzlich sein. Darum ist es auch so wichtig, die Standortbedürfnisse meiner Pflanzen in Erfahrung zu bringen. Was nützt mir ein humusreicher Lehmboden, wenn meine Pflanze steinigkargen, trockenen Sand liebt? Überhaupt gar nichts! Sie wird spätestens im Winter an der Nässe krepieren.

Das Wissen um die Dinge ist unerlässlich, wenn ich sinnvoll gärtnern will. Und es macht doch ganz anders Spass, wenn ich Erfolg dabei habe. Besonders augenscheinlich ist es beim Gemüseanbau. Da haben wir vor Augen, wie gutes Gemüse aussehen soll. Und es ist gar nicht so einfach, das auch hinzubekommen. Spätestens da kommt der eigene Komposthaufen als Produzent nahrhafter Erde ins Blickfeld, wenn ich Gemüse in Bio – Qualität produzieren möchte.

Mein Komposthaufen ist mein Zauberberg

Denn gut verrotteter, eigener Kompost ist das A&O für gutes gesundes Pflanzenwachstum… ohne nennenswerten Schädlingsbefall. Er ist das Herz… er läßt alles rundlaufen. Er nimmt unsere Abfälle auf, wir geben noch Verdauungshilfen hinzu und er spuckt fruchtbare Erde wieder aus. Zauberei? Ein bisschen vielleicht schon. Denn so ganz durchschauen tun wir die Wunder dieses Lebens nicht wirklich. Auch wenn die Wissenschaft sehr bemüht ist… ich lese gerade mit viel Vergnügen das Buch: „Auch Physiker kochen nur mit Wasser“, von Rolf Heilmann… ein bisschen bleibt immer im Dunklen… tröstlich, finde ich.

KomposthaufenEin gut intakter Kompostplatz ist geräumig. Er hat bodenkontakt und einen warmen Schattenplatz.
Ungünstiger Kompostplatz, weil vollsonnig

Wolle im Kompost?

Was hat es nun mit der Wolle auf sich? Unlängst fragten gute Freunde mich, ob ich Schafwolle abhaben möchte, für den Garten… zum Nulltarif. Für den Garten? Ich dachte sofort an Rehe, die sich ja wohl mit Schafwolle vergrämen lassen… ich habe keine Rehe in meinem Garten. Aber schnell wurde ich eines besseren belehrt. Davon hatte ich ja noch nie gehört: richtig vollgekötelte Schafwolle als Dünger zu verwenden. Genial…  besonders für die Kompostkomposition. Das ist doch mal eine sinnvolle Nutzung dieser Resource verdreckte Schafwolle. Heimische Wolle steht ja ohnehin gar nicht mehr hoch im Kurs…

Und Schafwolle wiegt ja nichts. Sie ist leicht zu hantieren und ganz einfach einzubringen. Nach wochenlangem Stillstand bin ich nun dabei, den Komposthaufen anzufüttern.

Aber vorher luschern wir mal… ich nehme die oberste Schichte beiseite. Und sehe die Regenwürmer… schnell wieder zu…

Anschließend entleere ich eine Lade Holzasche, aus dem Kamin – Ofen.

Es folgen wieder Laub und Grünzeug…

…und jetzt komme ich mit der Wolle… zupfe einige Vliese auseinander.. und druff damit! Kompostkomposition mit Wolle… ein total neuer Anblick.

Dann folgt die nächste Schicht. Es ist Ende November… ich habe den soeben erfrorenen Kerzenknöterich abgeschnitten.

In den nächsten Tagen geht es dann weiter… mit Grünzeug, Laub und kleingeschnittenen Zweigen… dazwischen Algenkalk oder Gartenkalk und Bentonit.

Es ist wichtig, sich eine gute Anleitung für das Kompostieren anzulesen. Ich habe mir vor Jahrzehnten DER BIOGARTEN von Marie-Luise Kreuter zugelegt. Es gibt Frau Kreuter( Nomen est Omen) und ihr schon oft überarbeitetes Buch immer noch.

Nun habe ich mir allerdings gerade DAS GROßE BIOGARTEN – BUCH von Andrea Heistinger und der Arche Noah zugelegt.  Ich war neugierig auf dieses 600 Seiten – Fachbuch… nur über Gemüsegarten . Es wurde von der Deutschen Gartenbaugesellschaft preisgekrönt und hat den Preis als bester Ratgeber von „Mein schöner Garten“ erhalten.  Nun habe ich es gerade bekommen und habe hineingelesen: boff… was für ein Werk!   Unbedingt empfehlenswert.

Halbgar darf er gerne sein

Im frühen Frühling, wenn alles zu spriessen beginnt, wird der halbfertige Kompost aus den oberen Schichten abgenommen und neu aufgebaut. Das wird der Anfang für den neuen Haufen. Was in der Mitte des Haufens heranreifte, kann als Dünge- und Mulchschicht auf die Staudenbeete gebracht werden. Da sind dann auch schon mal kleine Aststücke, also noch unverdautes Zeug dazwischen., macht nichts. Die untere, reife Schicht benutze ich dann für das Gemüse. Diese Komposterde wird mit dem vorhandenen Boden in den oberen 10cm vermengt.

Sag Svenja, wie habt ihr es eigentlich geschafft, auf eurem Karnickelsand in Bornhöved, erfolgreich Gemüse anzubauen?

Svenja

Moin Tine,
ja, wir liegen im Kiesabbaugebiet, das ist ganz ganz armer Boden.  Aber mit Kompost klappt es trotzdem.  Kompost ist das Gold des Gärtners sagte ein Kollege immer – und recht hat er!

Also, ne dicke Kompostschicht auf’s Gemüsebeet, Bodenaktivator und Animalin von Oscorna.  Und das klappt.

Die Staudenbeete haben wir häufig im Winter mit Pferdemist bedeckt, gemulcht…  Der war dann innerhalb eines Jahres „aufgelutscht“ -verbraucht.

Schön und man sieht, wie die Stauden sich wohl fühlen.

Ja, Bodenpflege ist ganz ganz wichtig.
So, jetzt ist das Essen fertig, liebe Grüße!

 

Christiane darauf

Stimmt, diese armen Böden brauchen auch richtig gut zu essen – wenn man ernten möchte. Und gleichzeitig muss man ja bei leichten Böden sanft mit Dünger herangehen, was mit Kompost, Bodenaktivator und Oscorna-Animalin perfekt ist.  Genauso hatte ich mir das schon gedacht.

Also nicht etwa ordentlich „Blaukorn“, oder anderen mineralischen Dünger ranschmeißen…

Und vielleicht ist Bodenpflege auch ein zu schwaches Wort für das, was einige Böden brauchen, um sie für das eigene Vorhaben zu präparieren… vorzubereiten.  Sehr lehmige Böden zum Beispiel brauchen oft neben Humus, Kompost, auch gewaschenen Sand, um sie leichter und gefügiger zu machen.

Vielleicht kann man sagen: Bodenpflege ist der zweite Schritt, der laufende Prozess. Ich muss der Erde permanent etwas geben, wenn ich nehmen, ernten will. Oder wenn ich beispielsweise eine Rosenpracht erleben will.

Gärtnerwissen geht verloren

Es gibt genug Menschen, die meinen ausreichend zu tun, wenn sie hacken, jäten und gießen… pflegen eben. Und dann wächst und wuchert in diesen hungrigen Gärten das Wildkraut, was den leichten Boden mag und folglich sehr gut gedeiht. Das Unkraut wird dann rausgejätet und damit wird immer wieder Humus und Biomasse aus dem Garten entfernt. Dumm, wenn da keine Kompostwirtschaft betrieben wird. Die Böden verarmen. Und dies ist wirklich kein Einzelfall, sondern eher die Regel. Die Menschen wissen einfach zu wenig über das Gärtnern.

Aber damit fängt der Spaß doch erst richtig an…

….und jetzt steht der Frühling vor der Tür…

Sei gegrüßt von Tine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.