Kompost

Svenja schreibt am 28. Mai 2020

Liebe Tine,

weil am 29. Mai der „Lerne-wie-kompostieren-geht-Tag“ ist, möchte ich heute noch mal etwas über das Gold des Gärtners schreiben.

Für manche ist das, was sie im Garten abschneiden, ausjäten, mähen oder aufharken nur Bio-Müll (mit Betonung auf Müll), für andere ist es die Grundlage neuen Lebens.

Kompostplatz

Aus Laub und Zweigen, Unkraut und Küchenabfällen kann neue, gute Erde entstehen.

Im Prinzip passiert ja in der Natur nichts Anderes:  Die Laubgehölze werfen im Herbst ihre Blätter ab, die Stauden ziehen über Winter ein, es bleiben nur trockene, braune Reste nach.  Die die werden unter Mithilfe von Bodenlebewesen wieder zu Erde und so bleiben die Nährstoffe im Kreislauf.  Im Garten ist das anders, da wird vieles abgeschnitten, weggefegt und ausgejätet, das Trockene an den Stauden im Frühling entfernt.  Dadurch entsteht ein Mangel an Nährstoffen, die dann durch eine gezielte Düngung ersetzt werden müssen.

Oder durch eine Kompostgabe.

Wie nun macht man Kompost?  Warum haben so viele Menschen Angst vor einem stinkenden Müllberg im Garten in dem womöglich Ratten hausen?

Tine

Oh, ja, diese Angst kenne ich auch.

Gerade wenn man die Reste von der Lebensmittelzubereitung kompostiert, ist es wichtig, darauf zu achten, was lieber nicht auf den Kompost soll:
Das sind Reste von Fleisch, Käse, Backwaren.  Geeignet sind Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz und Teeblätter und Eierschalen.

Im Garten kann außer Pflanzenteilen, die mit Wurzelälchen oder Kohlhernie infiziert sind alles auf den Kompost.  Bei Unkräutern gilt es zu beachten:  Wurzelunkräutern wie Giersch und Quecke lieber nicht auf den Kompost und bei Unkräutern, die schon Samen angesetzt haben, bin ich auch lieber vorsichtig.  Auch Blätter von Eiche und Walnuss sollten wegen der vielen Gerbsäure nicht in zu großen Mengen auf den Kompost.

Ich hatte ja vor einer Weile schon über Wolle auf dem Kompost berichtet…

gute Sache, das!

Svenja

Zum Aufbau eines Komposthaufens

Der Platz für einen Komposthaufen sollte halbschattig bis schattig sein, wichtig ist darauf zu achten, dass der Kompost nicht zu trocken wird.  Bei sehr trockenem Wetter gießen wir unseren Kompost auch mal!
Der Komposthaufen oder die Kompostmiete sollte Bodenkontakt haben, damit Bodenlebewesen, die Pflanzenreste in Humus umwandeln Zugang haben.  Eine Lage Maschendraht auf dem Boden verhindert das Eindringen von Wühlmäusen.

Wir haben leider mit Wühlmäusen zu tun…

Optimal sind zwei oder drei Kompost-Quartiere:

Einer für den frischen Kompost, der aktuell anfällt

Einer, auf den der frische Kompost nach etwa 3 Monaten umgesetzt wird und wo er noch ein halbes Jahr reifen kann.  Danach sollte dieser reife Kompost gesiebt und als Pflanzerde oder Bodenverbesserung verwendet werden.

Und wenn genug Platz ist noch ein dritter, auf den wiederum der frische Kompost nach 3 Monaten umgesetzt wird um dann dort zu reifen.

Wichtig beim Befüllen eines Komposthaufens ist, dass grobe Abfälle (Strauchschnitt) mit feinen (Rasenschnitt) und feuchten (Gemüsereste) und trockenen (Blätter im Herbst) gut gemischt und locker aufgeschichtet werden.

Die Mischung darf nicht verdichtet werden, da sie durch den entstehenden Sauerstoffmangel faulen würde und das stinkt und ergibt keine schöne neue Erde.

Kompostplatz
Hier sieht man, wie der alte Kompost luftig abgedeckt neben dem frischen Kompost ruht.
Tine

Es gibt Zuschlagstoffe, die die Mikroorganismen bei ihrer Arbeit unterstützen.  Das sind Hornmehl als Stickstofflieferant, Stein- und Algenmehle, die Spurenelemente liefern oder Kompostbeschleuniger, die alle benötigten Nährstoffe in perfektem Verhältnis enthalten, und so den Umwandlungsprozess beschleunigen.  Auch etwa reifer Kompost ist eine gute Starthilfe für einen neuen Komposthaufen.

Ein Kompost braucht etwa ein dreiviertel Jahr bis ein Jahr bis er fertig ist.

Lässt man den Kompost länger reifen, wird der Anteil der Nährstoffe zwar geringer, aber lange gereifter Kompost enthält langlebige Humuskomplexe, die den Boden nachhaltig verbessern.

Emmi und Emil haben uns vor einigen Wochen doch von Terra Preta – Humusaufbau mit Kohle, erzählt. Total spannend… ein richtig göttlicher Schöpfungsakt ist das.

Also ich bringe Kompost gern aus, um die Struktur sehr sandiger oder auch sehr lehmiger Böden zu verbessern.  Er kann jedes Jahr im Frühling oder Herbst auf die Beete verteilt werden.

Auch für Neuanlagen empfiehlt sich eine gute Gabe vom Gold des Gärtners um den Pflanzen den Start zu erleichtern.

Svenja

Spannend finde ich auch die Idee von Flächenkompostierung:

Ganz frische, gut gemischte Kompostgrundzutaten können als Mulchschicht im Garten ausgebreitet werden.  Dieser Rohkompost, in dem die Einzelteile noch gut zu erkennen sind, spart sich den Weg über den Komposthaufen und bringt direkt Nährstoffe in die Beete.  Das geht gut zwischen Sträuchern, Obstgehölzen oder im Gemüsegarten.

Aber das Thema Mulchen ist vielleicht auch überhaupt mal einen Beitrag hier wert….

Liebe Grüße
von
Svenja

 

 

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