Immergrüne Kleingehölze als Bodendecker Teil 2

Christiane schreibt am 11. Juli

Moin Svenja, es geht weiter im Karussell der immergrünen Kleingehölze als Bodendecker. Ich will beginnen mit einer Reise in den traumhaften Garten von Peter Janke in Hilden… vor 10 Jahren. Mittlerweile ist ja zu einem der Großen im Lande aufgestiegen. Aber schon damals plante er Gartenanlagen und schreibt auch sehr viel… Kolumnen für die Zeit, sehr anspruchsvolle Fach – Bücher etc… Wie ich, kommt er aus der Floristik, was uns eine Schulung des Auges, ein feines Hinschauen, ja…  eine gewisse Kleinlichkeit im Umgang mit Pflanzen mitgegeben hat. Es will in der Floristik alles auf den Punkt gebracht werden… es soll alles stimmen und für den Moment schön sein. Ich empfehle jedenfalls sein Buch „Meine Vision wird Garten“. Man kann da viel lernen.

Pachysandra terminalis

Pachysandra terminalis

Dieser kleine Einblick in seinen sehr großen Garten… In einer halbschattigen Partie am Wohnhaus, zeigt er einen meisterhaften Einsatz von Pachysandra terminalis.  Vor der großen, ruhigen, aber nicht langweiligen Fläche dieses Bodendeckers kommen die imposanten Großstauden und Gräser mit ihren unterschiedlichen Blattformen und Texturen vorzüglich zur Geltung.

Das Dickmännchen oder Schattengrün aus Japan gehört zu den flachwüchsigeren Arten… und zu den schattenverträglichsten unter ihnen und ist ein Laubfresser . Er verträgt den Wurzeldruck unter großen, alten Bäumen und bildet geschlossene Teppiche. Er liebt Waldboden.

Steckbrief: Immergrünes Kleingehölz, bis 30cm hoch  (die Sorte ‚Green Carpet‘ bis 20cm), ausläuferbildend, langsam wachsend. Weiße Ährenblütchen im Mai. Saurer Boden ist schlecht, ebenso verdichteter Boden. Verträgt eingewachsen Trockenheit. Bei der Pflanzung eine 10cm dicke Kompostschicht mit einarbeiten. 9 bis 12 Stück pro Quadratmeter gepflanzt und die Fläche könnte in 3 Jahren zu sein. Ist der Boden zu arm oder zu hart verdichtet, lieber Waldsteinia nehmen. Rückschnitt wird gut vertragen.

 

Efeu – eine erdgeschichtlich sehr alte und vielseitige Pflanze

Nun zum Efeu mit seinem Vermögen, ins Dunkle zu wachsen… unter Dächer, z.B. Ich kenne keine andere Pflanzenart, die das kann. Frei nach dem Motto: Irgendwann wird es schon wieder licht werden, denn Licht zum Wachsen braucht der Efeu schon. Aber durch die langen Ranken, die diese Pflanze ausbilden kann, hat sie ihre Chancen um ein Vielfaches erhöht, an das begehrte Sonnenlicht heranzukommen. Und so bildet Efeu erst in der Altersform strauchartige Blütenstände mit Fruchtansatz aus, oft hochoben in anderen Bäumen, während die Wurzel irgendwo unten verankert ist. Ziemlich clever, finde ich.

Der Gewöhnliche Efeu, Hedera helix, ist bei uns heimisch. Und man kann mit Efeu nicht nur vorzüglich den Boden bedecken… es geht auch so viel mehr… so ganz nebenbei. Aber man muss bei Efeu die Schere immer parat haben!

Hedera helix

Die sorte Hedera helix ‚Hibernica‘ ist etwas großflächiger

Hedera helix

Aber Efeu kann auch lästig werden. Er muss, soll er nur als Bodendecker fungieren, immer wieder in seine Schranken gewiesen werden, ansonsten überwächst er Kleingehölze und Stauden mit der Zeit. Und er kann mit seinen Haftwurzeln an Mauerwerk und Bäumen hochschleichen und sie total erobern. Große kräftige Bäume wie Eichen und Buchen können die Efeulast tragen und eine Douglasie sicher auch. Aber für kleinere Bäume wie Obstbäume, ist das Pflanzengewirk zuviel. Oder man läßt es geschehen, denn für die Tierwelt bietet ein baumiger Efeubestand ganz viel Lebensraum… ideale Nistmöglichkeiten. Und als echter Spätblüher hat er reichlich Nektar und Pollen anzubieten… schon toll! Und seine beerenartigen Fruchtstände sind, gerade im Winter, sehr dekorativ.

Samenstand

Vorsicht… schadhaftes und feuchtes Mauerwerk wird von Efeu durchwurzelt und weiter zersetzt. Trockenes heiles Gemäuer erhält durch Efeu einen Schonbezug. Alles hat seine 2 Seiten. Nicht so wuchtig und wüchsig sind kleinblättrige Sorten, die man besser im Blumengeschäft kaufen kann. Gelbgrün und grünweiße Formen…  für kleine Flächen also durchaus eine Option, die allerdings frostempfindlicher sein könnte. Bei uns im wintermilden Schleswig – Holstein habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

Eine grüngelbe Sorte macht im Freiland größere Blätter als  vorher im Topf

Stechbrief: immergrünes rankendes Gehölz bis 20m und mehr. Grüngelbe  Doldenblüten im September/Oktober. Bienenweide und Heilpflanze. Früchte leicht giftig. Blätter als Waschmittel zu gebrauchen. Geringe Bodenansprüche. 3-5 Pflanzen pro Quadratmeter. Humusgabe beim Einpflanzen erleichtert den Start. Kahlfröste können an sonnenbeschienenen Plätzen Frostschäden verursachen. Treibt aber wieder aus.

 

Das großblättrige und das kleinblättrige Immergrün

Das großblättrige Immergrün, Vinca major, ist im Mittelmeerraum heimisch. Daher ist es bei uns  nicht immer so ganz hardy. Aber es treibt nach Rückschnitt kraftvoll wieder aus. Ich schätze diese Pflanze sehr, weil sie zuverlässig 30cm dichte Matten bildet und von Mai bis September ihre himmelblauen Sternblüten auf dunkelgrünem Blätterkleid trägt.

Steckbrief: immergrünes Kleingehölz mit weichen Trieben, bis 50cm hoch und 1m breit.  Blaue Blüten von Mai bis September. Liebt humusreichen Boden/ gute Gartenerde.  3 Pflanzen pro Quadratmeter. Nur mit größeren Gewächsen ab 1m kombinierbar. Überwächst kleine und mittelgroße Stauden, wenn man nicht aufpasst. Zur Hangbefestigung geeignet in Sonne und Schatten. Nur für geschützte Plätze benutzen.

Das kleinblättrige Immergrün ist bei uns heimisch, man trifft es im Wald, wo es rasenähnliche Teppiche bilden kann. Du kannst ungeniert auf diesem flachen Vinca – Teppich laufen. Das macht ihn für das Begrünen für Bereiche unter Obstbäumen so genial. Du siehst herabgefallene Äpfel und Birnen, kannst eine Plane auslegen zum Abschütteln von Mirabellen, Leitern aufstellen… alles kein Problem. Für Sonne und Schatten. Aber gegen Wurzelunkräuter kannst man ihn  nicht einsetzen, dazu ist er zu flachwüchsig. Auch arrangiert er sich mit anderen bodendeckenden Stauden zu einem Patchwork – Gebilde, was mehr oder weniger goutiert wird.

Immergrün mit Quecke im Verbund finde ich wenig attraktiv.

… während man mit gundelrebe , Goldnessel und Ehrenpreis dazwischen gut leben kann.Man sieht sie kaum.

immergrüneimmergrüne Kleingehölze

So, hier ist nun erstmal Schluß für heute, demnächst geht es dann weiter mit Gräsern als Bodendecker.
Wer noch mal gucken möchte, Teil 1  der Bodendecker-Geschichte findet sich hier.

Herzliche Grüße
von Tine

 

Eine Antwort auf „Immergrüne Kleingehölze als Bodendecker Teil 2“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.