Vorfrühling

Svenja schreibt am 28.Februar

Liebe Tine,

dieses Wetter macht einen ja ganz kribbelig!
Es ist soo warm und wir haben Mitte Februar!  Also, naja, Ende Februar, aber trotzdem!  Die Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Iris blühen und die Bienen sind unterwegs!

Winterling mit Bienen

Ich werde ganz nervös, wenn ich sehe, wie die Menschen jetzt schon ihre Beete frei räumen.  Es ist doch noch viel zu früh!  Man kann natürlich Beikräuter jäten (und vielleicht einen leckeren Smoothie draus machen), auch Gehölze schneiden, aber das Laub soll ja nun wirklich noch in den Beeten liegen bleiben!  Da wohnen doch welche!!!
Und außerdem bin ich ja der Meinung, man sollte das Laub sowieso in den Beeten lassen.  Es sogar vom Rasen und von den Wegen hineinharken.  Denn das gibt organische Masse!  Wie verrückt sind wir Menschen eigentlich, dass wir erst alles aus den Beeten entfernen und dann ordentlich Dünger drauf tun…..

Naja,  sieht aber natürlich nicht so ordentlich aus….

Bei Dir gibt es doch bestimmt schon leckere Wildkräutergerichte, ich bin gespannt auf Fotos und Ideen!

Liebe Grüße
Svenja

Christiane antwortet umgehend

Und ob es die bei mir gibt, Svenja!

Man konnte dieses Jahr durchgängig Wildkräuter im Garten finden. Entweder gab es sie noch, oder schon wieder. Und ich habe uns gerade  den ersten Smoothie gemacht. Mir wurde gestern ein Zahn gezogen. So will und kann ich noch nicht richtig kauen. Das war der Startschuss für den ersten größeren Schub aus der Wildkräuterküche.

Der erste Smoothie 2019

Brennnesseln und Löwenzahn, Labkraut, Scharbockskraut, Vogelmiere und erste Gierschblättchen nehme ich zum gekauften Salat, zum Stangensellerie und zur Avocado. Die Apfelsine bringt die süße und fruchtige Note, ist das Gegengewicht zu den Bitterstoffen der Wildkräuter. Man kann diesen Aspekt mit Zitrone und Datteln verstärken..

Smoothie 1  

Ein paar Sprossen Alfalfa dazu… lecker sämig ist er, durch die Avocado.

Bisher hatte ich die Wildkräuter  immer nur in kleiner Menge benutzt… ein paar Blättchen vom Nelkenwurz, Gänseblümchen und von Weidenröschen für Salat und vom Gundermann die Ranken über das Pilzgericht, auch gehackt. Vom Löwenzahn die ganze Rosette mit Wurzel daran, auch sehr feingehackt. Und von meiner Petersilie konnte ich den ganzen Winter hindurch ernten. Sie ist permanent weitergewachsen… in den Bottichen, wo die Tomaten drin waren, an der Südwand. Als Unterpflanzung für die Tomaten geht Petersilie prima.

Saubermachen im Garten?

Und da sind wir wohl einer Meinung und es ist doch auch deutlich weniger Arbeit, wenn ich nicht alles aus meinen Beeten herausräumen muss. Und dann erst das  gute Gefühl dabei, wenn ich Laub und allerlei abgestorbenes Zeug für die Insekten als Lebenraum gestalte. Es ist kaum zu toppen. Und von den Krabben- und Kriechtieren wiederum leben zum Beispiel die Vögel… meine Lieblinge. Oh, und sie singen jetzt schon wieder… ist das schön!

Na ja, und dann wächst da eben auch eine ganze Menge Wildkraut, was bei mir auf dem Teller landet. Es ist nämlich gar nicht einfach, da draußen auf Kräutersammeltour zu gehen. Wer weiß schon, was der Bauer wo und wann gespritzt hat, gegen Unkraut. Und am Straßenrand will man auch nicht pflücken. Bleibt nur der lichte Wald mit seinen Wegrändern als sicherer Ort.

Und ich brauche die Kräuter doch auch täglich und habe keine Zeit, mich dafür auf den Weg zum Wald zu begeben. Nee, nee… die müssen schon vor meiner Haustür wachsen. Und das tun sie auch ausreichend. Dafür bin ich echt dankbar!

So darf es gern in den Beeten aussehen. Die Zwiebelblumen finden ihren Weg. Auch Stauden haben keinerlei Probleme damit. Ich werde sicher noch die verpilzten Christrosenblätter, Bild 3,  abschneiden. Aber alles andere bleibt, auch die Schicht Grasblätter im ersten Bild.

Wildkräuter kultivieren

Es gibt Bereiche meines Gartens, wo ich den Wildwuchs richtig fördere und pflege. Im Apfelgarten gibt es sehr humose Partien , wo das Klettenlabkraut und die Brennesel sich wohl fühlen. Bild 1 und 2. Da schmeiß ich auch immer wieder Abgeschnittenes hin, zum verrotten.

Klettenlabkraut ist wie Vogelmiere, unteres Bild, eine gute milde Salatgrundlage und -zutat.

Löwenzahn kommt überall und nirgends, wobei ich gerade sehr danach suchen muss. Thomas ist immer sehr darauf bedacht, dass er nicht überhand nimmt… vielleicht hat er auch einfach nur Spass am Ausstechen. Jedenfalls hätte ich gerne ein paar mehr für die Küche. Aber sie kommen schnell wieder, wenn die Versamungen aufkeimen. Hoffe ich mal!

Und die kleinen runden Blättchen ganz rechts außen, neben dem Löwenzahn, 5 Cent-Stück groß, gehören zum Scharbockskraut. Das kann man so lange ernten, bis es anfängt zu blühen. Dann bilden sich Stoffe, die es leicht giftig machen.

Und Giersch braucht seine Extra – Bereiche, wo er durch das Abmähen vom Rasen, durch Rhizomsperren oder Beetkanten eingesperrt wird. Aber Realität ist, dass wir alle sehr aufpassen müssen, das er nicht das Zepter in die Hand nimmt! Aber lecker ist er. Und als Spinat zubereitet braucht man ganz schöne Mengen davon… das schafft was weg!

Bei mir war er letztes Jahr noch im Herbst wieder gutdurchgetrieben… und mit Zwiebeln oder Lauch angeschmort, mit Pflaumenwein, Kokosmilch und Curcuma zubereitet und mit regionalem Ziegenkäse serviert… der absolute Hit!

Die Bilder zeigen die Zutaten für meinen heutigen Smoothie. Also, Svenja…  ja, es geht los!

Einen schönen Abend wünscht euch Tine

 

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