Gartengestaltung mit Ziergräsern

Moin Svenja… naaa? … auch im Rausch der Herbstschönheiten?

Es ist dieses Jahr auch ganz, ganz besonders…  Denn es blüht ja auch noch so vieles und ist zusammen mit der Herbstverfärbung einfach grandios. Dieses Jahr ist aber auch die Verfärbung besonders intensiv. Und dann mit den Ziergräsern dazu! Wahrscheinlich haben viele Menschen die Gräservielfalt noch gar nicht entdeckt, geschweige denn deren Verwendung und Kombinationsmöglichkeiten mit Stauden erfasst.

Ziergräser für alle Fälle

Daher habe ich beschlossen, das Thema besonders auszuleuchten. Denn gerade bei zunehmender Trockenheit sind Gräser angesagt. Sie halten viel aus und sind als Bodendecker klasse. Und es gibt sie ja in allen Wuchshöhen. Für Licht und Schatten und alle Böden. Für Trockenheit und Nässe. Es gibt zarte Gestalten und wahre Giganten. Solche, die im Frühling blühen und andere, die jetzt ihren großen Auftritt haben.

Und weil der Morgen so schön war, bin ich mit meiner Kamera durch meinen Garten gegangen und habe Gräser – Bilder gemacht… genauso wie Du es getan hast. Und die will ich nun zu Deinen Bildern gesellen und über die Gestaltungsmöglichkeiten erzählen.

Das größte unserer Gräser… das Chinaschilf

Und die Sorte ‚Aksel Olsen‘ ist der Gigant mit 3 m Wuchshöhe. Eine einzige Pflanze kann im Laufe der Jahre einige Quadratmeter bewachsen. Diese hier am Teich steht 15 Jahre und hat dieses Jahr sichtbare Trockenschäden. Sonst ist sie um diese Zeit noch grün mit beginnender gelber Herbstverfärbung. Ein Gras für große Gärten, für den Hintergrund zu verwenden… zusammen mit Büschen. Für die meisten Stauden ist das Gras zu grobstrukturiert. Alle Sorten Chinaschilf sterben beim Frost oberirdisch ab, stehen aber aufrecht. Nur die Seitenblätter fallen im Laufe des Winters ab. Zurückgeschnitten wird das Gras aber erst nach dem Winter! Es könnte sonst erfrieren.

Unseren Eingangsbereich flankiert Chinaschilf, Miscanthus sin. ‚Silberspinne‘. Bis 1,80 m wird es hoch und gehört damit zu den größeren Miscanthus – Sorten, von denen es etliche gibt. Sie wollen fast alle volle Sonne, den ganzen Tag!  Zu schattig gepflanzt werden sie schladderig, fallen um und blühen schlechter. Dieses Gras ist strukturgebend, wirkt als Raumteiler und Sichtschutzpflanze. Man kann gut eine Hecke daraus bilden, die allerdings zum Frühjahr kurzgeschnitten wird… um erneut heranzuwachsen. Die kleine Schwester, mit dem Namen ‚Kleine Silberspinne‘, wird nur 1,20 m hoch.

Ein weiteres Chinaschilf, Miscanthus sin. ‚Morning Light‘, steht hier am Hang. Erst seit letztem Jahr. Es ist also noch etwas schwach auf der Brust. Erkennbar ist aber der schwungvolle Wuchs dieses grün/weiß gestreiften Grases, was Halbschatten verträgt. Und es kommt selten zur Blüte, weil es sehr spät blüht. Meistens ist es bei uns dann schon zu kalt, was dieses Jahr anders sein könnte. Es ist eines der elegantesten seiner Art, wird 1,20 m hoch und ist unbedingt solitär einzusetzen, weil es nach oben hin bogig ausschwingt.

 

Mittelhohe Gräser -Schönheiten

Gleich gegenüber steht ein Lampenputzergras, Pennisetum a. ‚Cassian‘. Mit 80 cm Wuchshöhe ist es deutlich höher als die Sorte ‚Hameln‘, die häufig verwendet wird. Beide kann man als Solitär , aber auch zu mehreren in Gruppen pflanzen. Und sie sind besonders für Beetränder und Durchgänge geeignet. Wegen ihrer Wuchsform bilden sie einen guten Beetabschluss und sind sehr ansehnlich im Winter. Allerdings trocken, oberirdisch abgestorben.

Auch Achnatherum calamagrostis, das Silber – Ährengras, macht den ganzen Winter hindurch eine gute Gestalt. Eigentlich ist es charmant durch und durch. Mit seinem grazilen Wuchs und den hellbraunen flauschigen Blütenständen daran wiegt es sich immer leicht im Wind. Die  Blüten erscheinen ab Juni. Sein Charakter ist wildhaft und es wirkt auch gut in größeren Flächen, wo Agastachen, Sonnenbräute und Sonnenhüte  gute Begleitstauden sind.

Das leichteste unserer Ziergräser… das Federgras

Und es hat sich von selbst gebildet, dieses kleine Knäuel aus Samen mit den langen Grannen daran. Es ist vom Büschel – Haargras,  Stipa capillata, mit 80 cm Wuchshöhe. Weiß der Kuckuck, wie so etwas entsteht . Jedenfalls hat das Gebilde auf diese Art mehr Windwiderstand und kann weit verweht werden… auf zu neuen Ufern. Obwohl, nass mag es nicht stehen. Besonders im Winter nicht. Bei Winterstaunässe geht es leicht ein. Und nur hier bei mir am Haus geht es, wegen der Ringdrainage ums Haus, da ist Sandboden. Und das Gras blüht im Juli-August. Seine zarte und luftige Statur ist schön zusammen mit der weiß blühenden Präriekerze, Gaura lindheimeri. Ein Traumpaar.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist das Reiher – Federgras. Auch nur für  einen durchlässigen Boden geeignet wächst Stipa barbata etwa 1 m hoch. Seine 40 cm langen weißen Grannen machen es im Sommer zur absoluten Braut, zur Königin des Gartens und die braucht ihren Thron. Eine Gestaltung mit Feldsteinen und niedrigen Begleitpflanzen wie Sonnenröschen ist passend.

    Rank und schlank… und für schwereren Boden geeignet

Das Reitgras mag eher schwereren Gartenboden, wenn er nicht verdichtet ist. Und es leidet auch schnell, wenn es im Sommer zu trocken wird. Diese grün /weiß blättrige Sorte heißt Calamagrostis acutiflora   ‚Overdam‘, wird 1,30 m hoch und blüht im Juli – August. Danach und den ganzen Winter hindurch bleibt sie ähnlich stabil und so schön, wie wir sie jetzt sehen. 

Mit seiner schlanken, aufrechten Gestalt ist das Gras prädestiniert für großwüchsige Staudenpflanzungen, auch im Zusammenhang mit Strauchrosen. Da sind der Kerzenknöterich und Phlox, später dann Astern gute Nachbarn. Es kann Halbschatten vertragen.

So, liebe Svenja, für heute soll es genug sein. Demnächst geht es weiter mit der Gräser – Geschichte…

So long, Tine

 

 

2 Antworten auf „Gartengestaltung mit Ziergräsern“

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