Zauberhafte Vagabunden im Beet

Tine schreibt am 9. August

Hallo Svenja ,

guck mal, das Wald-Weidenröschen hat sich vor Jahren ins Beet geschlichen. War dann einfach da… wie das so ist bei Weltenbummlern. Ist zwar wenig Platz für dich, hatte ich noch so gedacht… aber wird schon. Wie man sehen kann hat sie sich ihren Platz genommen. Die anderen Pflanzen haben es nicht ganz leicht, in der Höhe mitzuhalten, wie die Taglilie. Aber ich schneide dann auch schon mal Weidenröschen weg, wenn‘s zu eng wird. Ich finde es klasse, wie es ist.

Weidenröschen

Svenja dazu

Ja, ich liebe sie auch so sehr, die Weidenröschen.  Und manchmal frage ich mich, warum man mit einigen Stauden so rumhühnert, immer wieder Ausfälle hat, wie z.B. mit der Prachtkerze, Gaura, wo doch das Weidenröschen ähnlich zart und zauberhaft ist, dabei aber viel wüchsiger….
Und mit vielen Stauden ganz wunderbare Kombinationen macht.

Tine

Ja, genau, die Paarung vom Wald-Weidenröschen mit dem Kerzenknöterich ist einfach genial. Und beide sind sie echte Wandervögel. Besonders die Sorte Knöterich, Bistorta amplexicaule ‘Blackfield‘ hat sich als besonders versamungsfroh hervorgetan.
In Konkurrenz mit den Weidenröschen erreicht der Kerzenknöterich eine Höhe von 1,50m. Normal ist er halb so hoch.

Weidenröschen mit Knöterich

Svenja

Es ist manchmal schwer auszuhalten, wenn die Pflanzen tun, was sie wollen.  Und nicht, was die Gärtnerin will.  Man hat ja doch ein Bild im Kopf, wie es werden soll und wenn dann Vagabunden kommen und jedes Jahr neue Gartenbilder schaffen, dann braucht es eine Weile und ziemlich viel Gelassenheit, das zu akzeptieren, oder?

Tine

Ja, genau.  Aber guck mal:  dies ist die andere Seite von dem Beet mit der roten Taglilie. Die Rote Witwenblume in ihrer Unordentlichkeit ist auch gut befreundet mit dem Weidenröschen. Sie weiß es aber lieber hinter sich und beansprucht selbst den Platz an der Sonne. Zur Versamung braucht Knautia macedonica durchlässig trockenen Boden.

Weidenröschen mit Witwenblume

 

 

 

 

 

 

 

Weidenröschen

Dies ist meine wilde Ecke. Wo Giersch und Brennnesseln wachsen, wo Wasserdost und das rosafarbene Rauhhaarige Weidenröschen sich wohl fühlen. Denn hier gab es früher einen Teich, den nun ausgetrocknet ist. Aber wenn es viel geregnet hat, im Winter, steht hier schon mal das Wasser. Und es wachsen im Frühling die Schlüsselblumen, freu! Im Frühsommer blühten hier die Fingerhüte, die nun ihre Samen in die Gegend schmeißen.

Neues Spiel – neues Glück!

Ein echter Vagabund und Draufgänger ist der Wilde Dost,  Origanum vulgare. Er ist nicht besonders wählerisch, was die Bodenverhältnisse angeht und schummelt sich hier und dort ins Geschehen. Somit kann er auch zur Plage werden, wenn sowas nicht erwünscht ist.

Oregano

Svenja

Oh, ich liebe ihn!  Bei uns darf er auch sein und er ist ein Insektenmagnet, wie übrigens alle hier genannten Pflanzen.

Tine

Ja, zu den insektenfreundlichen Vagabunden zählt bei mir auch die Wegwarte – sie ist was für schwere Böden. Und gern dürfen diese auch steinig sein. Auf unserem Autostellplatz fühlt sich ein Exemplar besonders wohl. Und wir müssen uns bemühen drumherumzubleiern. Es gibt sie auch an anderer Stelle welche in meinem Garten, großwüchsigere. Als Überbleibsel einer Chiccoree – Kultur.

Der Salat Chicorée ist die Weiterentwicklung der Wegwarte.

Wegwarte

 

Svenja

Wegwarten kommen bei uns auf dem Parkplatz auch erstaunlich gut.  Ist es nicht faszinierend, wie sie vormittags so dermaßen leuchtend blau blühen und nachmittags gar nicht mehr?!  Das BLAU ist einfach wunderbar und es gibt eine Geschichte über ein Mädchen, das auf den Liebsten wartet….

Schön finde ich auch diese Nachtkerzen, echte Vagabunden, die abends so herrlich duften…

Nachtkerze

 

 

Tine

Oh ja… und ich liebe ja auch die Einjährigen! Die überall und nirgends sind. Die im Frühling schnell heranwachsen, die man läßt, weil es grad so passt… oder wegjätet. Das blaue Gurkenkraut und der Schlafmohn gehören unbedingt dazu! Im Hintergrund der Vagabund Königskerze. Nur die Stangenbohnen habe ich gepflanzt….

Borretsch mit Schlafmohn

 

 

 

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