Mulchen mit Grasschnitt

 

Christiane schreibt am 6. Juni

Das mit dem Mulchen will ich doch gleich mal aufgreifen, liebe Svenja… moin erstmal.

Denn es hat ja schon wieder viel zu wenig geregnet. Und das Mulchen mit Grasschnitt schützt  den Boden vor Austrocknung eben dort, wo nackte Erde rausguckt. Das ist bei Neuanpflanzungen von Blumenbeeten der Fall und immer wieder im Gemüsegarten.

Schwarze Erde ist nicht schön für die Erde.

Es geistert noch immer durch die Gärten, das Schönheitsideal unserer Eltern und Großeltern. Schwarze Beete mit einzelnen Pflanzen darauf, mit zu viel Abstand voneinander gepflanzt. Kennst du Brüllpflanzen? Nein? Kannte ich auch nicht, bis es mir eine Frau erklärte: Es seien jene, die auf den Beeten mit soviel Abstand gepflanzt sind, dass sie brüllen müssen, um sich zu verständigen…

Fakt ist: nackter Boden läßt sofort neue Pflanzen sprießen, Unkraut! Der Boden will bedeckt sein, die Haut von Mutter Erde will sich schließen, will heilen. Ich will es jetzt einmal so bildhaft ausdrücken. Denn ohne Feuchtigkeit zieht sich das vielfältige Bodenleben bei Sonneneinstrahlung in den obersten Schichten zurück. Bei langanhaltender Trockenheit geht das schnell tiefer. Und schon kommt das Wachstum unserer Blumen unseres Gemüses zum Stillstand. Bei Jungpflanzen schnell auch zum Vertrocknen, zum Tod.

Wenn der Boden aber bedeckt ist, dann keimt auch wenig Ungewolltes. In Ermangelung von Grasschnitt nehmen wir im gewerblichen Tun und Schaffen dann Holzhäcksel.

Die Männer sind in diesem Kunden – Garten gerade dabei, das Häckselgut aufzubringen. Zuerst sieht es arg gekünstelt aus. Aber das Holz wird schnell ergrauen und die Pflanzen werden unter dieser Schutzdecke gerade jetzt im Frühling und Frühsommer gut und schnell heranwachsen. Schon im Herbst wird alles ganz anders aussehen, üppig und grün.

Grobes Material für Aussenbereiche und Wege, Feinschnitt für die Jungpflanzen.

Mulchen mit Holzhäcksel 10

Vor 6 Wochen fing Thomas an, unsere Obstwiese mit der Sense zu bearbeiten. Eher geht er nicht ran, wegen der vielen Krokus und Narzissen, deren Laub erstmal gelb werden muss, ehe du es abschneiden darfst. Da fällt dann eine Menge Heu an, was ich im zwischen hohe Stauden und unter Sträucher packe, auch um das weitere Vordringen von Giersch zu unterbinden, was nur bedingt gelingt. Er wächst eben schnell wieder durch. Aber es ist eine Maßnahme, um ihn zu schwächen.

Vor gut 3 Wochen habe ich das Gemüsebeet mit Schneckenzaun dann mit dem feinen Grasschnitt aus dem Mäher versorgt. Die Möhren wollten und wollten nicht auflaufen… zickig, wie sie sind. Wenn ich die Fläche zu früh mulche, hindere ich wohlmöglich meine eigene Saat am Auflaufen. Aber die Möhrenreihen blieben lückenhaft. Also druff mit dem Zeug! Und ich lasse es immer etwas antrocknen, bevor ich es ausbringe, denn leicht wird die Schicht sonst zu dick. Fäulnis soll nicht entstehen. 2-3 cm kann sie gern sein.

Frisches Grün

Vorgestern habe ich weitere Bereiche mit dem guten Grün ausgestattet. Thomas hatte wieder gemäht. Und  dabei tut mir das Ausbringen selbst so gut, gibt mir das Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles zu tun. Statt das Mähgut zu entsorgen oder auf einen Haufen zu schmeißen, der dann anfängt zu faulen und zu stinken, wird Flächenkompost betrieben… ist doch super. Und ich mag es auch leiden.

Also ich habe vorher das Beet mit den Jung – Pastinaken, links neben dem Stangenbohnen – Tipi, gejätet. Auch die Pastinaken waren lückenhaft aufgelaufen. Auch die brauchen eine kontinuierliche Bodenfeuchte zum Keimen… und das 14 Tage mindestens.  Habe ich nicht geschafft mit der Giesskanne. Shit.

Mulchen

Auch für die Töpfe benutze ich Grasschnitt, wenn die Erde nicht durch Pflanzen beschattet ist. Hier habe ich gerade junge Zinnien gepflanzt.

Auch für die Tomaten ist die Methode ideal und in den schwarzen Plastiktöpfen lassen sich die Yacon – Wurzeln Zeit mit dem Wachsen.   

Und ganz hinten im Garten habe ich von der Obstwiese ein Stück abgezwackt und habe Kartoffeln gepflanzt. Nach dem Anhäufeln haben sie gleich ihre Mulchschicht bekommen. Danach habe ich  sie nicht gegossen… 4 Wochen schon nicht. Aber… 

…während ich dies hier jetzt schreibe, prasselt der Regen aufs Oberlicht!

Endlich mal wieder! Aber unser Lehmboden im Obstgarten hält das Wasser auch besser. Wie geht es euch auf dem leichten Sandboden, Svenja?

Nasse Grüße aus Garbek von Tine

 

Svenja darauf

 

Hi, Tine, also –  ist schon überall sichtbar, dass die Pflanzen bei der Trockenheit darben, aber Rainer mulcht ja auch mit unserem Rasenschnitt, was das Zeug hält.

Das ist jedenfalls eine Antwort auf die drastische Frühjahrtrockenheit der letzten Jahre. Und sie hilft. Und es wird auch vieles geduldet, was früher nicht drin war. Es ist spannend, die Veränderung zu erleben.

Ich sehe auch, dass viele Menschen sich an den Anblick von Rasenschnitt in den Beeten erst gewöhnen müssen.  Aber das Mulchen kann ich nur empfehlen! Nicht nur mit Grasschnitt, sondern auch mit sämtlichen anderen Pflanzenteilen, die sich kleingeschnitten, bestens verwenden lassen.

Liebe Grüße,
Svenja

Svenja noch einmal am 16. Juni

Tine,

ich war bei Anja Christiansen von der Wilden Kost zum Gemüseseminar und die mulcht alles und überall – und ich habe das Wort „vor-Ort-Mulch“ gelernt:

Die Reihe mit den Möhren und Zwiebeln wächst in Mischkultur mit Melde.  Die Melde wird jetzt für Salat und Pesto weggeerntet, um den Möhren Raum zu geben (die Zwiebeln schaffen es auch mit Konkurrenz) und der Rest der Beikräuter wird direkt ausgezogen und in die Reihen gelegt.  Das geht schnell, weil man nicht mal die Erde abschütteln muss – die bleibt ja da und bringt alle Vorteile des Mulchens mit sich.  (Geht natürlich nur bei trockenem Wetter, sonst wächst es wieder an).

Vor-Ort-Mulch
Die Beikräuter werden aus den Reihen mit Möhren und Zwiebeln gezogen und direkt daneben zum Mulchen liegen gelassen.

Und natürlich sind Zucchini und Kohl auch gemulcht – und sehen glücklich aus!

Zucchini, gemulcht mit Grasschnitt
Zucchini, gemulcht mit Grasschnitt
Kohl
Kohl, gemulcht mit Grasschnitt

Liebe Grüße
Svenja

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