Und überall Königskerzen…

Christiane schreibt am 21. Juli

Ich bin immer noch platt, liebe Svenja!  Es war ja vorgestern richtig was los in eurer Staudengärtnerei. Von wegen gähnende Leere, niemand da. Allerdings – doch etwas anders: an Stelle der Menschen, die einst eure Staudengärtnerei besucht haben…  begegnen einem nun die großen, weißfilzigen Königskerzen!

Ich habe gestaunt… und sie fast miteinander reden hören. Also sowas habe ich in der Form auch noch nie erlebt!

„Machen wir einen Gartenrundgang?“ „Na Klar!“

Es sind es ja hunderte! Schon gleich vorne auf dem Parkplatz stehen sie herum und auf den ganzen kiesig sandigen Flächen haben sie sich versamt. Auf Wegen stehen sie und quasi auf dem ganzen vorderen Grundstück. Und dann sind  ja so groß wie man selbst. Ich bin geneigt, sie zu grüßen…  diese königlichen, aufrechten und sonnengelben Lichtgestalten…

Königskerzen, wohin das Auge blickt

Der kleine Pavillon  – Das Markenzeichen eurer Gärtnerei -der Staudengärtnerei Bornhöved
 Das Schattenstauden – Quartier

 Der Hauptweg durch die Gärtnerei

Im Schnittblumengarten hat sich die heimische, deutlich kleinere Königskerze, breitgemacht.

Und es geht eine Ruhe und ein Frieden von eurem ganzen Garten aus

Man kann ihm tatsächlich anmerken, dass hier kein Betrieb mehr ist und das nicht nur, weil alles so zugewachsen ist. Ich kann es fühlen. Wenn ich anfange, es beschreiben zu wollen, klingt es merkwürdig… also lass ich das lieber. Vielleicht fehlen mir hierfür auch einfach die richtigen Worte.

staudengärtnerei 11-1

und Hinten, bei den Teichen, wirD gewässert. gestern hat es nun ja zum Glück geregnet.

Das Mammutblatt macht den Dschungel perfekt.

 

Dem Garten geht es gut – der Gärtner strahlt

Wo man hinschaut blüht und summt es, denn heimische Wildpflanzen dominieren das Bild. Und nun möchte ich wissen, was aus dem Gemüsegarten geworden ist. Was macht man damit, wenn kein Gemüse angebaut wird.

„Mir nach,“ sagst Du… und so sehe ich es alsbald: die Flächen ruhen tatsächlich auch, sind mit Folien abgedeckt.

Die Stauden zwischen den Gemüsebeeten dürfen wachsen und blühen. wie schön.

Im Nu ist Gras drüber gewachsen

Und dann, hinter dem Gemüsegarten, kann ich fast nicht glauben, was ich sehe. Der ganze hintere große Parkplatz  ist als solcher nicht mehr erkennbar.  Königskerzen und Weidenröschen haben sich ausgebreitet und es ist sehr schnell Gras über die gesamte Fläche gewachsen. Vogelgesang erfüllt die Luft. Die geschlossene Pforte sagt: Stopp! Hier ist das Paradies.

Der einstige Weidendom von oben, auf dem Berg, wurde schon vor einigen Jahren nach unten gebracht und mit Ramblerrosen bepflanzt… nicht weniger Königlich

Königskerzen

Oft genug, liebe Svenja, treffe ich Menschen, die Kunden eurer Staudengärtnerei waren. Zum Teil sind sie es ja auch noch, haben sich  auch umgestellt und bestellen online. Aber es fehlt den Menschen die sinnliche Erfahrung und sie sind sehr traurig., dass die Gärtnerei für immer geschlossen ist. Vielleicht ist es ja tröstlich zu wissen, dass es den großen Garten noch gibt und dass das Leben hier mehr pulsiert denn je…

Und jetzt ist Teatime. Thomas hat schon diverse Beeren gepflückt. Ich mache jetzt noch Schlagsahne dazu, Tee und Kekse dazu… oberlecker!

Euch auch noch einen schönen Sonntagnachmittag,

wünscht Tine

Svenja dazu am gleichen Abend

Liebe Tine,

danke!  Du hast die Stimmung wirklich schön eingefangen.

Ja, es ist hier immer noch richtig schön, aber auch anders.  Die Arbeit findet weiter vorne statt.  In den Gewächshäusern packen Monika und Rainer die Bestellungen, sie bereiten schon der Zwiebelversand vor (es geht ja schon bald los mit Herbstblühenden Krokus und Herbstzeitlosen).

Rainer wickelt Kränze, pflanzt Schalen für das Basilikum und nutzt auch das begrünte Gewächshaus um Fotos für den Shop zu machen.

Ja, es ist anders, aber es gibt uns noch.  Und das haben die Kunden verstanden, sie bestellen jetzt per Telefon oder online (auch Arten, die wir nicht im Shop haben und das ist ja auch gut so!) und holen nach Verabredung auch hier ab oder im Basilikum – oder sie lassen sich ihre Pflanzen, Zwiebeln, Werkzeuge etc. schicken.

Ich bin froh, dass das so läuft und bitte alle, tragt das in die Welt!

Zum Thema Königskerzen noch ganz kurz:

Diese großen Gestalten das sind Verbascum olympicum, eine kurzlebige Art, die sich versamt, wo es ihr gefällt.  Sie macht große Blätter und deckt dadurch manches unter sich zu, ist aber so wunderbar, weil die Hummeln sie so lieben.  Früh am Morgen und vormittags summt und brummt es auf den Kerzen, wie am Flughafen, wenn die Sommerferien beginnen….

Die kleinere Königskerze, die Du im Schnittblumengarten gesehen hast, ist Verbascum chaixii, die gab es dort auch mal in weiß, aber das Gelbe ist wohl stärker.  Das Besondere sind ihre lila Staubgefäße, eine Pflanze zum genauer-hingucken!

Ich finde Kerzenformen so wichtig in der Gestaltung, die setzen Akzente und machen die Beete spannend!

So, Tine, jetzt gibts Abendessen,

liebe Grüße

Svenja

Tine am nächsten Nachmittag

Also da hast Du den Insektenverkehr an den Königskerzen ja treffend und  toll beschrieben, Svenja… ich mußte richtig lachen!

Und Du schreibst von der gestalterischen Wichtigkeit der Kerzenformen… wie wahr! Ich durfte das heute hautnah erleben, als ich in unserem Schaugarten auf dem Stockseehof war, um ihn zu pflegen. Dieses Jahr wächst und wuchert ja alles so gewaltig und entsprechend sah es in den Beeten aus. Ein Drunter und Drüber…

Kerzenformen sind ein wichtiges Gestaltungselement

Dennoch war eine optische Stabilität geblieben. Woher kam das?

Nachdem ich alles Abgeblühte und schief Dastehende, wie Akelei, Allium und Nachtviolen und die durcheinander gefallenen Samenstände der hochreifen Waldschmiele abgeschnitten hatte, klarte sich das Bild auf. Der Sturm hatte sich gelegt – die See sich geglättet. Der aufrecht dastehende rote Kerzenknöterich, der sich übrigens auch prächtig versamt hatte, wurde nun deutlich sichtbar. Er sorgt,  in größerer Anzahl, für die nötige optische Stabilität im ganzen Garten.

Und heute war ja gutes Garten – Arbeitswetter: kühl mit leichtem Nieselregen. Und der Stockseehof wässert die Gärten gerade ganz kräftig, denn es soll ja wieder heiß werden.

Bis denne… Tine

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