Gartenrenovierung – altes Material in neuem Glanz

Christiane an Svenja

Grüß Dich, liebe Svenja! Was für eine Hitze… ich kann mich nun nicht mehr über den Sonnenschein freuen… und das mir! Wo ich doch so eine Sonnenanbeterin bin! Aber nun sind es schon fast 3 Monate ohne nennenswerten Niederschlag. Alles vertrocknet, wenn man nicht gießt… hatten wir es jemals soo heftig? Da muss nachgedacht werden… auch über Gartenrenovierung.

 

Gartenrenovierung als Antwort auf Spielarten des Klimawandels?

Wahrscheinlich müssen wir uns bei der Gartengestaltung noch mehr auf Klimaextreme einstellen. Zum Beispiel haben Rhododendrongärten da ganz schlechte Karten. Rhododendren leiden sehr unter der Trockenheit, schmeißen Blätter ab, werden krankheitsanfällig. Wir haben da in den letzten Jahren schon einige Gärten umgestaltet. Aber das war hier noch nicht so das Thema, als ich vor gut 3 Jahren den Auftrag erhielt, den Garten einer alten Stadtvilla umzugestalten. Die Besitzer: Kirsten, eine Schulfreundin von mir aus Kindertagen und Norbert, ihr Mann, hatten Größeres vor.

Es muss grundlegend etwas geschehen

Ein Garagenhaus sollte gebaut werden, die Terrasse war schetterig geworden, hatte Frostschäden. Sämtliche Bodenbeläge rund ums Haus schienen oll und waren teilweise von Gras durchwachsen. Die Beetführungen gefielen nicht mehr. Die Gehölze waren zu mächtig geworden. Kirsten mochte und mag Ihre Pflanzen, die Rhododendren, ihre Rosen und Stockrosen und ganz besonders die Zwiebelblumen im frühen Frühling. Ja, sie liebt es geradezu, jeden Herbst neue Schneeglöckchensorten und andere Kleinblumige hinzu zu pflanzen. „Nein, es muss grundlegend etwas geschehen!“ Du hörst es vielleicht schon heraus… liebe Svenja, es ist wie so oft: die Frau ist für den Garten zuständig. Sie ist die leidenschaftliche Gärtnerin, der Mann steht treu an Ihrer Seite und macht die schweren Arbeiten. Aber dies ist eine Nummer zu groß für ihn.

renovierungsbedürftiger Garten,

Die Treppe soll verlegt werden, die Mauer auch
Auf die Steine legt Kirsten wert. Sie sind vom Kalkberg, also etwas besonderes.
der alte Rosengarten
Oberhalb von der Treppe und Kalkberg – Steinmauer. Die Maßbänder sind ausgelegt, der Planungsvorgang beginnt.

Bei der Gartenrenovierung sind Planung und Umbau zwei Paar Schuh

Im Mai 2015 erhielt ich den Auftrag für die Gartenrenovierung. Wir planten im Sommer und konnten im Herbst beginnen umzupflanzen, was in größerem Stil nötig war. Denn eine Steinmauer mit Treppenanlage sollte verlegt werden und damit der ganze Rosengarten. Wir arbeiteten den Garten partieweise  um. Der Garagenbau verzögerte sich um ein gutes Jahr. Es wurde gerodet und beschnitten. Es wurden Hecken gepflanzt. Neue Beete mit neuen Stauden und ihren alten Rosen wurden hergerichtet. Und nun… dieses Frühjahr… ist es fast fertig! Ich sage fast: Wir haben zuletzt den Eingangsbereich bearbeitet. Thomas hat die Platten neu verlegt und wir haben den Rasen dort aufgelöst zugunsten von Stauden. Das neue Eingangstor sollte schon längst da sein, der Schmied hatte es versprochen… neue Pfosten sind längst gemauert.

…und morgen, Svenja, geht es weiter. Da werde ich rückwärts vorgehen und zeigen, was Thomas nun gerade fertiggestellt hat: den Eingangsbereich.

…ich geh nachher zum Schwimmen… es sind momentan 32°C im Schatten…uff!

 

am nächsten Tag fährt Christiane fort

Zuerst will der Eingang und sein Umfeld vorgestellt werden. Es ist die Nordseite des Hauses.

Bestandsaufnahme – was ist hier eigentlich los?

Wie erhalten wir den Charme des Alten und nehmen ihm dass ungepflegt Schetterige, das Unansehnliche? Fangen wir beim Bodenbelag an: In den meisten Fällen sind es nicht die Steine selbst, die ein unangenehmes Aussehen hervorrufen. Es ist die Art, wie sie liegen. Ist die Wegführung starr oder ungelenk? Oft sind Pflastersteine und Platten abgesackt oder tanzen anders aus der Reihe. Hartnäckige Gräser und Wildkräuter wuchern immer wieder aus den Fugen hervor… jedenfalls mehr, als das Schönheitsempfinden es zuläßt. Fugenkratzen wird zur Dauerbeschäftigung. Und nicht jedem ist es gegeben eine meditative Beschäftigung mit Sitzkissen und Weinglas daraus zu machen,  wie unsere Freundin Doris es tut.

Eingang-vor der Renovierung
Die Pfeiler und die Pforte sollen neu gemacht werden. Die Platten sind noch gut, brauchen aber eine neue Verlege – Idee. Kleine Rasenflächen sind unpraktisch zu mähen und unattraktiv.
Vor der Haustür
In den breiten Fugen wächst gerne Gras und der eiserne Fussabtreter ist überflüssig.

Und wie sieht es mit der Nutzung aus? Soll alles beim Alten bleiben? Stehen Bäume und Sträucher am richtigen Platz? Muss vielleicht gerodet werden oder reicht es die Bäume oder Büsche stark zu beschneiden? Wie einladend ist der Eingang? Freue ich mich beim Anblick, wenn ich nach Hause komme? Ist alles einigermaßen praktisch arrangiert, zum Beispiel mit den Mülleimern?

Vorgarten, alt
Rechts vom Eingangsbereich geht es zu den Mülleimern, hinter der Pergola, die am verrotten ist.
alter Vorgarten
Geht man durch die Pforte, stehen gleich links die Mülleimer. Geradeaus wird der Weg zur Garage sichtbar… die am Ende des Grundstückes gebaut werden soll.
Mülleimerplatz
Links stehen die Mülleimer.

Auf der linken Seite des Eingans ist wenig Platz. Das Haus ist fast auf die Grenze gesetzt worden.

Rhododendron, Vorgarten
Hier steht, links von Eingang, ein riesiger Rhododendron. Er nimmt die ganze Fläche ein.
Vorgarten, Ostseite
Leicht gebückt geht man unter dem Rhododendron hindurch und kommt auf die sehr schmale Ostseite, wo alte Gehwegplatten liegen… und eine Iris wächst.

 

Eine achtsame Gartenrenovierung respektiert das Wesen des Gartens.

Im Mai 2018 ist die Gartenrenovierung in vollem Gange.

Schmitt, Zuwegung ausgekoffert

Und Thomas baut hier um. Die Vorarbeiten sind alle gemacht: den Rhododendron haben wir hochgeastet, sodass seine schön geschwungenen Grundäste sichtbar wurden. Mehr Gartenraum ist entstanden. Der Rasen wurde abgetragen. Die alten Platten hat er aufgenommen und beiseite gestellt. Sämtliche Wegführungen sind 20 cm tief ausgekoffert. Wochen vorher wurden die Eingangspfeiler neu aufgemauert und gestrichen.

Schmitt, Thomas baut

Mit Hilfe von Schnur wird man sich über Höhen und Weg – Verläufe im Klaren. Hier wird anschließend eine Tragschicht aus 10 cm Betonrecycling der Stärke 0/32 eingebaut und mit dem Rüttler verdichtet. Anschließend werden die Platten auf eine 2 – 3 cm Verlegeschicht aus Splitt der Stärke 0/3 gebettet. Allerdings wollen wir zusätzlich Kleinpflaster verlegen, was 5 cm mehr Tiefgang hat. Dem muss Rechnung getragen werden, also an den Stellen entsprechend tiefer ausgekoffert werden.

Schmitt, Steine gießen

Die Pflasterung ist fertig und verfugt. Abschließend sprüht Thomas die Fläche mit Wasser ein. Das Verfugungsmaterial, sog. Dansand – Toplock, braucht das Wasser, um abzubinden. Die Fugen sind danach fest, aber immer noch wasserdurchlässig und das Material wirkt unkrauthemmend. Zu finden unter www.dansand.de.

 Im Juni ist die Gartenrenovierung fast abgeschlossen.

Schmitt, der neue Eingangsbereich

Wie die Vergleichsbilder zeigen, haben wir die alten Betonplatten beibehalten, sie auch diagonal verlegt. Was den Eingangsbereich edler erscheinen läßt, ist die Kombination mit hochwertigem Material, mit Kleinpflaster aus Natursteinen… und zwar mit alten, mit gebrauchten Steinen. Von diesen hier wissen wir sogar, wo sie gelegen haben. Es ist der Rest einer großen Charge aus Ostfriesland. Eine Kundin aus Stockelsdorf hatte diese Steine beim Verkauf ihres geerbten Elternhauses bekommen. Der neue Eigner wollte keine alten Steine vor dem Haus. Unsere Kundin hat, überglücklich, damit ihre Auffahrt pflastern lassen. Diese hier waren also übrig und Kirsten freut sich, auch über ihre Geschichte. Und sie passen hier so vorzüglich… in jeder Hinsicht.

Schmitt,neue Pflasterung,

Solche alten Steine, mit weich anmutenden Oberflächen, können heute mit unseren Gummireifen nicht mehr entstehen, dazu brauchte es eisenbeschlagene Räder. Vielleicht doch. Aber es dauert nur ein paar Jahrhunderte länger.

Bepflanzt haben wir die ehemalige Rasenfläche mit Immergrün, Vinca minor, und Lilientraube, Liriope muscari ‚Big Blue‘. Es sind also keine Gräser, die Du hier siehst, sondern eine immergrüne Liriope mit grasartigen Blättern, die im Herbst blau blüht. Sie braucht humosen, gerne sauren Boden und ist für Schattenlagen. Einmal eingewachsen können sie viel Trockenheit vertragen und sind ein guter und edel anmutender Bodendecker. Für Nordseiten und unter Bäumen und Büschen verwendbar. Aber Vorsicht: sie vertragen keine starke Wintersonne!

Aus dem Mülleimerplatz wurde ein neuer Sitzplatz

Schmitt, neuer Sitzplatz

Und wo einst die Mülleimer standen ist jetzt ein Sitzplatz mit weicher  Abendsonne entstanden… und was für ein schöner! Fehlt nur noch das Glas Rotwein… Geborgen eingewachsen sitzt man hier auf der Nordseite auch gut bei Hitze. Übrigens: die Mülleimer stehen jetzt auf der schmalen Ostseite, wo wir die Hainbuchenhecke fortgesetzt haben und Funkien gepflanzt.

So, genug für heute, Svenja. Ich habe diesen Bereich nun ausführlich dargestellt. Wie man sehen konnte, braucht es nicht unbedingt neues Material um ein neues Garten – Bild zu erzielen. Hier haben wir neben dem ostfriesischen Kleinpflaster nur neue Gehwegplatten 50 x 50 cm für diesen neuen Sitzplatz angeschafft. Die kleineren Platten, die hier lagen, sind in den seitlichen Weg hineingegangen.

Es wird noch einige weitere Einblicke in diesen renovierten Garten geben.

Bis dann, Tine

 

 

Eine Antwort auf „Gartenrenovierung – altes Material in neuem Glanz“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.