Tulpen

Wildtulpe Lilac Wonder
Svenja schreibt am 28. Oktober

Hallo Tine,

es ist noch Zeit, Tulpen zu pflanzen!
Man liest so viel unterschiedliches über Pflanzzeiten bei Zwiebeln, das verwirrt doch sehr!
Also:  Narzissen und Schneeglöckchen, die sollten möglichst früh in die Erde.
Tulpen und Allium, die schönen Zierlauchkugeln, die können gerne spät.  Sogar erst nach den ersten Frösten.   Der Grund ist, dass bodenbürtige Schädlinge ihnen dann nicht mehr so viel anhaben können.  Also Fäulinis und Co….

Von daher:  jetzt ran an die Tulpen und ab in die Erde mit Ihnen.

Tulpenzwiebel

Tine dazu am gleichen Tag

Moin Svenja

na klar, ich starte jetzt auch noch mal durch in den Kundengärten mit Tulpen und Allium.  Wichtig ist ja, gerade bei Tulpen, dass man beachtet, wo die herkommen:  Aus sehr sommertrockenen und warmen Gegenden!  Die Zwiebel ist ein Speicherorgan und als solches dafür ausgelegt, im Sommer trocken zu stehen.  Pflanzt man nun die Tulpen in die Staudenbeete, wo im Sommer tüchtig gewässert wird, dann tut denen das nicht gut!
Besser ist es, sie in solchen Fällen nach der Blüte und dem Einziehen der Blätter aufzunehmen und trocken zu lagern.

Svenja

genau, das macht natürlich viel Arbeit, tut den Zwiebeln aber besser!

Oder man pflanzt sie gleich an sehr sommertrockene, aber immer sonnige Standorte.  Und das Düngen nicht vergessen:  Im Frühling, wenn die Spitzen grade aus der Erde gucken.  Wir nehmen dafür Tomatendünger, der hat nicht zu viel Stickstoff, das ist genau das, was die Zwiebeln benötigen.

Weißt Du was?!  Wir überlegen, im kommenden Jahr noch mal in den Keukenhof nach Holland zu fahren!  Oh, ich hätt so Lust dazu!  Das ist so eine Wahnsinns-Anlage, 32 ha sanft hügeliges Gelände mit schönem Baumbestand und voller BLUMENZWIEBELN!  Das pure Glück!  Natürlich auch voller Menschen, aber früh morgens oder abends kurz vor Schluß ist es ganz anders, eine besondere Stimmung.  Hach, das wär fein!

Keukenhof
Im Keukenhof: ein schönes, leicht geschwungenes Gelände mit altem Baumbestand und großen Tulpenflächen
Tine

Ja, das kann ich mir vorstellen, dass Du da im Tulpentaumel bist!  Und spannende neue Sorten findest, schöne Kombinationen entdeckst…  Ich drück die Daumen, dass das klappt!

Erstmal Dir einen schönen Tag,
liebe Grüße
Tine

 

Christiane schreibt am nächsten Tag

Das Zwiebelnpflanzen hat doch so seine Tücken, liebe Svenja, deshalb will ich hier doch noch mal kurz nachsetzen.

Wenn ich gute Kombinationen plane, dann sollen die auch optimal in die Erde gebracht werden. In alten Anpflanzungen ist das manchmal nicht einfach. Vor allem, bei großen Mengen verschiedener Sorten und Arten. Deshalb ein paar Praxis – Tips: wir brauchen möglichst Bodenfreiheit, um die Zwiebeln auslegen und einpflanzen zu können.

„Freimachen bitte…“

Begeistert war ich von diesem Garten, wo die Kundin  den Gräsern eine Hochfrisur gebunden hatte. Es war alles bestens vorbereitet.    

Der Garten war im Frühjahr bepflanzt worden, die Stauden also noch nicht so üppig.  Ich konnte die Zwiebelmengen gut auslegen und die Kundin konnte sich mit dem Einpflanzen Zeit lassen… was sicher Stunden gedauert hat. Also wir schneiden die hohen Stauden ab oder binden sie zusammen. Wenn wir zwischen Bodendecker wollen, können wir sie in kleine Töpfe legen oder sonstwie markieren. Sonst findet man im nächsten Jahr noch umeingepflanzte Zwiebeln in den Beeten.

Wie gesagt: bei einer Handvoll Zwiebeln kann man sich das alles merken, aber wenn man hunderte von Zwiebeln einpflanzen will, sollte man sie vorher auslegen und dann einpflanzen. Wir neigen auch dazu, an dieselben Stellen zu gehen… und stechen die kaputt, die wir gerade eingepflanzt haben.

Hier kommen Tulpen und Allium in ein sehr sommertrockenes Gräserbeet, was auch gerade erst angelegt wurde. Es werden sich beide Arten wohl fühlen. Man achte auf die Pflanztiefe: 3x so tief soll das Loch sein, wie die Zwiebel hoch ist.

Zwiebelnlpflanzen 8-1

Das gilt auch für Narzissen, die gern in der Gruppe gepflanzt werden. Und sie werden mit etwas Abstand zueinander gesetzt. Platz für die Nebenzwiebeln, die im Laufe der Jahre gebildet werden, wenn die Standort – Bedingungen stimmen. Narzissen sind deutlich dauerhafter als Tulpen.

Obwohl wir das herabgefallene Laub weggeharkt hatten, ziehe ich es vor, die Narzissengruppen auf Zeitung auszulegen. Dann kann soviel Laub runterfallen wie es will… die Kundin wird trotzdem ihre Zwiebeln finden und sie auch noch am Folgetag einpflanzen können.

An anderer Stelle habe ich die Narzissenpulks  in Töpfe gelegt. Schön kann man auf diese Art eine möglichst lockere Anordnung der Pflanzung ansteuern.

Man ist nämlich geneigt, die Zwiebeln in der Reihe zu pflanzen, wenn man sie nacheinander aus der Tüte und gleich in den Boden versenkt. Und das sieht blöd aus.

Nach feiner englischer Art legt man die Zwiebeln ja auf ein Silbertablett und schleudert sie dann schwungvoll rückwärts über die Schulter nach hinten…

Also, was soll ich dazu sagen… liebe Svenja… es funktioniert nicht immer….

Bei uns hat es heute Nacht gefroren… bei euch auch?

 

Blumenzwiebeln

Tulpenzwiebel
Svenja schreibt am 4. September 2018

Liebe Tine,

Wenn man sagt „Garten heißt warten“ dann meint man in vielen Fällen sicher Blumenzwiebeln.  Wir warten grade noch auf unsere Blumenzwiebellieferung – es ist alles schwierig dieses Jahr sagt der Lieferant- zu nass das ganze letzte Gartenjahr…

Ach Zwiebeln, was ist das doch für ein spannendes Thema!
Ich stell mal für unsere LeserInnen ein bißchen Zwiebelwissen hier ein, was meinst Du?

Die meist unscheinbaren trockenen Zwiebeln und Knollen sind Speicherorgane.  In ihnen ist alles vorhanden, was später zu üppigsten Blütenträumen wird.  Ihnen gemein ist, dass sie eine Trockenzeit haben, in der sie eine Vegetationsruhe machen.

Ab Ende September ist die Zeit, die Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen, Krokusse, aber auch Blausternchen, Zierlauch, Traubenhyazinthen oder Buschwindröschen zu pflanzen.

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Zierlauch

Zierlauch im Erblühen
Svenja schreibt am 1. Juni

Liebe Tine,
dieses Jahr scheint die Zierlauch-Blüte so plötzlich zu kommen – war nicht gerade eben noch richtig Frühling mit Tulpen und nun ist schon Frühsommer?!  Und dann auch noch so irre heiß, dass alles so schnell aufblüht!

Ich bin hier gerade im Rausch:  Zierlauch überall und so viele Sorten, dass einem ganz schwindelig wird.  Herrlich!

Allium 'Purple Sensation'
Allium ‚Purple Sensation‘

„Zierlauch“ weiterlesen

Geschichte der Tulpen

Der Name „Tulpe“ kommt von dem persischen Wort „Tulipan“, das bedeutet „Turban“ und bezieht sich auf die Form der Tulpenzwiebel.
Um 1550 war die Türkei ein mächtiges Land, es wurde regiert von Sultan Suleiman II.  Im Garten seines Palastes wuchsen die wunderschönsten Tulpen.
Dieser Sultan schenkte dem österreichischen Botschafter einige Tulpenzwiebeln, die dieser an den Holländer Carolus Clusius weitergab, der so die ersten Tulpen in Holland pflanzte.

Carolus Clusius

Carolus Clusius (1526-1609) studierte Recht und Medizin.  Er unternahm lange Reisen durch Europa um Pflanzen zu sammeln, er kultivierte und studierte wichtige Pflanzen für die Wissenschaft und die Medizin.  Seine Arbeit machte Clusius zu einem der ersten richtigen Botaniker.  Er hatte überall in Europa gute Kontakte, die ihm ermöglichten, hervorragende Pflanzensammlungen aufzubauen.

Einige Jahre lebte Clusius auch in Wien, wo er einen Garten für den Regenten Maximilian II. aufbaute.  Dort begann er, Zwiebelpflanzen zu sammeln, unter anderem auch die Tulpen, die er schon in türkischen Gärten kultiviert hatte. Im Herbst 1593 ließ Clusius sich in Leiden nieder und führte die Tulpen im dortigen Botanischen Garten erstmals in Holland ein.

Tulipa clusiana