Kräuter: Konservierung

Svenja schreibt am 29. August

Liebe Tine,

in diesem Beitrag geht es um die vielen verschiedene Möglichkeiten, um Kräuter für den Winter und überhaupt haltbar zu machen.  Hier stelle ich die gängigsten Methoden vor, Kräuter zu konservieren:

Trocknen

Ernte Kräuter, die Du trocknen möchtest bei trockenem, sonnigem Wetter! Nimm saubere Kräuter, so dass sie nicht gewaschen werden müssen. Zum Trocknen eignen sich am besten Kräuter mit festen, harten Blättern.  Das sind zum Beispiel Thymian, Salbei, Lavendel, Rosmarin und Bergbohnenkraut. Ein Favorit ist auch Zitronenverbene für Tee! Kräuter wie Petersilie, Dill oder Schnittlauch sind getrocknet nicht so lecker. Sie verlieren zu viel von ihrem Aroma. Besser als Kräuterpaste oder tiefgekühlte Kräuterbutter.

Kräuter zum Trocknen an einem luftigen, halbschattigen und warmen Platz aufhängen oder auslegen. (Nicht in den Backofen! Durch die Hitze werden zu viele Aroma- und Inhaltsstoffe zerstört.). Wenn die Blätter brüchig werden, können die getrockneten Kräuter zwischen sauberen Geschirrhandtüchern gerebelt und in gut schließende dunkle Gefäße abgefüllt werden.

Es sollte immer nur der Vorrat für ein Jahr getrocknet werden. Danach sind viele Inhaltsstoffe zersetzt, also die Kräuter nicht mehr so aromatisch und die Heilwirkung lässt nach – und es gibt ja auch im nächsten Sommer wieder neue Kräuter.

Einlegen in Salz

Konserviert den Geschmack sehr gut. Auf vier Teile feingehackte frische Kräuter nimmt man einen Teil Salz und schichtet beides abwechselnd in ein Glas. Beim Würzen bedenken, dass hier viel Salz drin ist!
Dazu passt jetzt vielleicht das Rosmarin-Zitronenverbenen-Salz von neulich…

Einlegen in Öl

Im Prinzip kann man jedes Kraut in Öl einlegen. Besonders gut eignen sich alle mediterranen Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano und Bergbohnenkraut. Das Kraut sollte unbedingt trocken sein. Also auch lieber sauber ernten und falls gewaschen werden muss, danach gut trocknen. Dann in Olivenöl in einem weithalsigen Gefäß vier Wochen lang ziehen. Täglich schütteln. Dann das Öl abseihen, noch einmal eine Woche stehen lassen und dekantieren. Das ist wichtig, weil sich oft noch Flüssigkeit unten absetzt, die dazu führt, dass das Öl schneller verdirbt.

es lohnt sich, Kräuter für den Winter haltbar zu machen!

Einlegen in Salz und Öl – Kräuterpaste

Gib sechs Teile fein gehackte Kräuter und ein Teil Salz in eine Rührschüssel und fülle mit Olivenöl auf. Rühre um, bis das Salz aufgelöst ist. Fülle die Kräuterpaste in saubere Schraubdeckelgläser, gib noch etwas Salz auf die Oberfläche und fülle mit so viel Olivenöl auf, dass die Paste vollständig bedeckt ist. Im Kühlschrank aufbewahren. Kräuterpaste kann auch wunderbar in Eiswürfelformen eingefroren werden.

Und hier ein Rezept für ein Pesto mit Basilikum:
200 g Basilikum – (oder 100 g Petersilie und 100 g Basilikum)
30 g Pistazienkerne oder Pinienkerne
100 g Parmesan
10 g grobes Salz
2 Knoblauchzehen
80 ml Olivenöl
frisch gemahlener Pfeffer
Alles getrennt hacken und im Mixer zu einer feinen Paste verarbeiten.
In vorbereitete Gläser abfüllen und noch mit 20 ml Öl bedecken.

Einlegen in Essig

Für einen Kräuteressig leg die frischen Kräuter in ein Gefäß mit weitem Hals (solche Gefäße sind unverzichtbar!). Übergieß sie mit Essig. Lass sie drei Wochen lang ziehen. Besonders lecker ist Estragon-Essig mit französischem Estragon (Artemisia dracunculus ‚Sativa‘). Auch Wildkräuteressig kann den Salat aufpeppen. Oder Himbeer-Essig…..

Einfrieren

Man kann Kräuter fertig gehackt in kleinen Portionen einfrieren. Das geht gut in etwas Wasser, portionsweise in Eiswürfelbehältern. Lecker ist auch, sie als fertige Kräuterbutter in Eiswürfelformen einzufrieren.  Auch hier kann, wie beim Kräuteröl, mit verschiedenen Mischungen experimentiert werden. Ich mag gern eine zitronige Note an der Kräuterbutter, mit Zitronenverbene oder auch Zitronenzesten… .

Oder, siehe oben, fertig zubereitete Kräuterpasten einfrieren.

Sommerkräuter
Weißbunter Salbei ist nicht nur lecker, sondern auch hübsch anzusehen. Vorne: Zitronenthymian, hinten: Heiligenkraut

Einlegen in Alkohol

Das Einlegen in Alkohol gehört zu den ältesten Methoden der Konservierung von Kräutern. Die Rezepte von Kräuterbittern wurden in den Klöstern über Generationen hinweg verfeinert. Und die Rezepte sind natürlich nach wie vor streng geheim… .
Viele dieser Liköre enthalten über 40 verschiedene Kräuter.  Dazu Kräuter (nicht waschen) mit 70%Alkohol übergießen, 1-2 Monate ziehen lassen, abfiltrieren. Hast Du sowas schon mal gemacht, Tine? Ich noch nie, aber Lust, mal mit Lieblingskräutern zu experimentieren hätte ich schon.

Kräuterwein:  Eine Handvoll getrocknete oder zwei Handvoll frische Kräuter (Melisse, Fenchel, Minze, Lavendel oder Rosmarin) auf eine Flasche Bio-Wein.  In einer weithalsigen Flasche ansetzen und nach 1-2 Wochen abseihen. Geht mit Weißwein oder Rotwein.

So, ich finde, man bekommt so richtig Lust, rauszugehen und Kräuter zu ernten und zu verarbeiten – frohes Schaffen und bis zum nächsten Mal!

Liebe Grüße von Svenja

 

 

Christiane antwortet

Allerdings, liebe Svenja… ich habe so richtig Lust loszulegen. Und ich tue es auch sogleich, denn ich will doch endlich mal wieder den Sommer im Öl für den Winter einfangen. Kräuterschnaps habe ich auch schon öfter gemacht. Schnaps und auch Likör und Sachen mit Honig. Thomas und ich haben da so einige Sachen gemacht im Laufe der Jahre. Auch mit Düften hatte ich mich mal ganz intensiv beschäftigt. Hatte Duftpotpourries gemacht, die auch noch schön aussahen.

Die eigenen Vorlieben entdecken

Es will ja viel probiert werden im Laufe des Lebens. Und das was man ansetzt, soll auch verwertet werden. Und wenn man Kinder hat, sind selbstgemachte Salben und Tinkturen ein Geschenk der Natur.  Vielleicht sogar noch mit den Kindern zusammen hergestellt… toll! Also was ich heute wirklich gebrauche ist Kräuteröl für Salate mit Basilikum darin. Denn das unverwechselbare Sommer – Aroma von Basilikum ist anders nicht einzufangen. Und ich liebe es. Ich werde es sogleich angehen.

So… da bin ich wieder… es geht eigentlich ziemlich schnell

Ich nehme : jeweils ein Händchen Rotes Strauchbasilikum und kleines grünes Griechisches Basilikum , sowie ein paar Triebe Rosmarien und 3 Knoblauchzehen… zerkleinere die Pflanzenteile und ab ins Glas damit.  Mit kaltgepresstem Öl aus Griechenland… einem Schatz!… fülle ich das Glas auf .

Nun stelle ich das Glas für 14 Tage in die Sonne und schüttele es täglich. Ich habe das Gefühl, dass die Sonne und die Wärme die Wirkstoffe der Pflanzen herausziehen. Dann wird das Ganze durch ein feines Sieb wieder voneinander getrennt und in die dunkle Speisekammer gestellt. Die Kräuter lassen sich dann für die aktuelle Kocherei noch verwenden… sie werden nicht etwa weggeworfen.

Kräuteröl

Einige Menschen propagieren ein vorsichtiges Erhitzen im Wasserbad bis 40 °C zum Herauslösen der Wirkstoffe. Wie denkst Du darüber?

Ich geh jetzt erstmal was Leckeres kochen… meine Hände riechen immer noch nach den Kräutern…

Herzlich, Tine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.