Kräuter für die Küche

Svenja schreibt am 27. August

Liebe Tine

Kommenden Samstag werden wir beide ja bei den Gartenfachberatern des Verbands Wohneigentum über Kräuter sprechen und ich will das zum Anlass nehmen, hier mal über Kräuter zu schreiben.

Die Aufteilung, dass Du die Wildkräuter und ich die Küchenkräuter besprechen, finde ich gut.

Was ist denn Dein liebstes Küchenkraut?  Meins ist die

Petersilie

Petersilie hängt zwar immer furchtbar in den Zähnen, aber sie schmeckt so wunderbar und sie veredelt Grüne Bohnen, Kräuterbutter, Forelle und vieles mehr.

Petersilie gehört zu den Zweijährigen Pflanzen, das sind die, die im Sommer ausgesät werden, dann im ersten Jahr Blätter machen und im nächsten Jahr blühen.  Also Petersilie jetzt aussäen!  Sie ist ja manchmal ein bißchen zickig, mag fette Böden und immer wieder andere Plätze im Garten…..

Ebenso zweijährig ist Kümmel, der dann im ersten Jahr Blätter macht und im 2. Jahr die Blüten. Die Saat wird geerntet, aber niemals alle, damit er sich versamen kann und im drauffolgenden Jahr wieder kommt.

Basilikum

… ist auch ein Lieblingskraut. Es gehört zu den Einjährigen, die machen in einem Jahr alles, was eine Pflanze so tun muss:  Keimen, wachsen, Blätter, Blüten, Samen und dann stirbt sie ab.

Wichtig bei einjährigen Kräutern ist, dass man sie reichlich erntet, damit sie nicht so schnell Blüten ansetzen… Kerbel, Anis, Majoran, Bohnenkraut und Koriander gehören auch zu den einjährigen Kräutern…

Basilikum ist allerdings die Zicke in dieser Riege, es liebt warme, sonnige, geschützte Standorte und mag die normalen schleswig-holsteinischen Sommer gar nicht. Aber am Haus, unterm Dach, windgeschützt und vollsonnig kann das trotzdem was werden!

Sommerzeit mit Basilikum

Liebstöckl

…gehört zu den staudigen, winterharten und mehrjährigen Kräutern, Zitronenmelisse, Minze und Schnittlauch. Die wachsen relativ unkompliziert und wenn sie im Sommer so’n bißchen angefressen und hartblättrig werden, kann man sie mal komplett runterschneiden.  Die neu austreibenden Blätter sind dann wieder richtig zart und lecker.

Thymian

…ist auch ein staudiges Kraut, leicht verholzend, wie auch Salbei, Bergbohnenkraut und Lavendel. Diese Kräuter sind im Winter da, sollten im Frühjahr zurückgeschnitten werden und mögen auf Grund ihrer Herkunft alle warme, sonnige Standorte.

Thymian ist ein wichtiges Arzneikraut bei Husten und verdauungsfördernd ist er auch, wie viele der Gewürze, die wir unseren Speisen zufügen.  Außerdem ist es wichtig, Thymian auf dem Weg zur Hochzeit dabei zu haben, die Braut soll ihn im Schuh tragen und sich sagen „ich tret, ich tret auf Thymian, schau Du mir keine And’re an!“

Rosmarin,

Lorbeer und Zitronenverbene sind bei uns nicht winterhart, sie sollen zu den ersten Frösten hineingebracht und optimalerweise bei 5-8 Grad überwintert werden, gerne hell….

Später mehr, liebe Grüße

Svenja

 

 

Tine dazu am 29. August

Oh, Svenja… Petersilie finde ich auch sehr gut!

Aber weil man sie immer hat und auch im Winter kaufen kann, tritt sie jetzt ein bisschen in den Hintergrund und es werden bei mir gerade andere Kräuter favorisiert. Dennoch esse ich sie fast täglich.

Basilikum steht gerade hoch im Kurs, wegen der vielen Tomaten in meinem Garten. Das kleinblättrige, buschig wachsende Griechische Basilikum benutze ich im Moment am liebsten, gleich gefolgt von Gewürztagetes.

Wildkräuter auf den Teller

Und dann nehme ich ja auch immer einige Wildkräuter zum Salat, in den Smoothie, zum Gemüse, ins Rührei, in Aufläufe und Suppen. Einfach gehackt auf gutes Brot mit Butter und Salz, oder zu Quark und Frischkäse lecker und und… und.

Lernprozess anschieben

Der Haken an der Sache ist: man muss erst einmal die Barriere überwinden und dat Schiet, das Unkraut zum Nahrungsmittel erheben. Viele Menschen wissen, dass man Giersch und Brennnesseln essen kann und sie gesund sind. Aber sie essen sie trotzdem nicht. Probieren vielleicht einmal… hmmm…hat fremd oder langweilig geschmeckt… hmmmm…

Probieren geht über Studieren

Aber ohne Sachkunde geht hier gar nichts. Es gibt Giftiges und Ungenießbares.  Also erstmal musst Du Dir ganz sicher sein, was Du da essen willst.  Und dann finde ich es total spannend neue Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Und  sie wachsen tatsächlich vor der Haustür! Wenn Du nicht gnadenlos alles weggejätet hast, findest Du eigentlich immer essbares Kraut in Deinem Garten. Die Natur schenkt uns diese Pflanzen, sie wachsen von selbst. Ist doch fantastisch! Wunder-bar!

Wegerich ist vielfältig und immer parat

Breitwegerich, essbare Wildkräuter

Im Moment ist gerade der Breitwegerich sehr in meinen Focus gerückt, Plantago major, wegen der Wespenstiche. Man zerkaut ein Blatt zu einem Brei und tut den unverzüglich auf den Stich und beläßt ihn dort mindestens für eine halbe Stunde oder länger. Hilft sofort. Auch bei Brennnesselstichen soll er helfen, die Beschwerden zu lindern. Habe ich allerdings noch nie ausprobiert, weil ich Brennnesselstiche immer so hinnehme… und mich auch vorsehe.

Wegerich ist bei Atemwegserkrankungen angesagt, dazu bereitet man einen Wegerich-Hustensaft. Bei Zahnfleischentzündungen legt man Wegerich – Blätter in die Backe.

Und das irre ist, liebe Svenja, er wächst uns immer zu Füßen, liebt verdichtete   Böden. Nomen est Omen. Er wächst auf und an Sandwegen, am Straßenrand und ist quasi immer parat, wenn wir ihn brauchen.

Habe ich kürzlich erlebt, als ich einen Stich beim Spazierengehen am Kopf abbekam. Autsch! Irgendwas hatte im Haar gekribbelt und ich hatte nachgefasst…

Die gewöhnlichsten Pflanzen sind am wichtigsten

Und toll ist ja auch, dass die Pflanzen mit den meisten Mineralien, Vitaminen, Kohlehydraten und Proteinen die sind, die überall als Unkraut bezeichnet herumstehen. Löwenzahn, Giersch, Brennnesseln, Quecke, Franzosenkraut, Gänseblümchen, Vogelmiere, Wiesenkerbel, Guter Heinrich, Weidenröschen, und einige mehr.

Es wird Zeit, dass wir sie als Nahrung erkennen! Denn sie haben oft das Mehrfache an Nähr- und Heilwerten als die Nahrung aus dem Supermarkt.

Ich werde morgen entscheiden, welche Pflanzen ich beim Vortrag vorstellen werde.

Bis gleich, liebe Svenja. Wir sehen uns ja heute bei euch zum gemeinsamen Abendessen. Freu mich, Tine

Svenja, am 4. September

Liebe Tine,

es war ein ganz besonderer Vortrag mit Dir und ich vermute, wir haben den Herrschaften was zu denken mitgegeben!

Es gab einiges zu probieren – Pflanzen, die sonst eher als Unkraut ausgerissen werden.

Besonders die Brennnesselsamen haben den Menschen geschmeckt und hier noch ein Hinweis zur Brennnesselsamen-Ernte:
Sie werden auf einem Tuch getrocknet, kommen in die Dose und dienen so den ganzen Winter hindurch als Brotbelag.
Du streust sie gerne in Salat und Suppe, oder?
Die Brennnessel ist viel nahrhafter, hat mehr Vitamin-C, Eiweiß und ist mineralienhaltiger als unsere Kulturgemüse.

Christiane am 4. September

Ja, genau, auch ernte ich nun Himbeerblätter für Tee von den neuen Trieben.

Und um diese Jahreszeit und für den Vortrag am Samstag nutze ich den Neuaustrieb der Wild-Pflanzen nach der Dürre des Sommers zum Verzehr. Schafgarbe, Wegerich, Brennnessel und Giersch sind jung und zart wie im Frühling. Sie wandern in den Salat und sogar für Spinat reicht es.

Und ich habe gestern nochmal unseren Kräuter -Vortrag bei den Siedlern in Neumünster mit einem Gundelreben- Kränzchen Revue passieren lassen… und mich auf diese Weise bei den Pflanzen bedankt und sie gewürdigt. Das muss auch mal sein!

Liebe Grüße!

 

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