Sträucher, die im Vorfrühling blühen

Christiane schreibt am

Nun ist der Frühling offiziell … moin, Svenja!

….und blühende Forsythien gibt es auch schon. Forsythien markieren den Frühlingsbeginn. Aber diese Sträucher, die ich nun vorstellen werde, sind von ganz anderem Kaliber. Sie blühen im Winter – na ja… im Vorfrühling, das hört sich hoffnungsfroher an. Obwohl es doch besser ist, da zu differenzieren. Einige können nämlich schon zu Weihnachten blühen… und blühen jetzt immer noch.

Blühschätze des Winters

Jasminum nudiflorum

Der Winterjasmin ist mir gerade sehr nah. Er blüht vor meinem  Küchenfenster – seit Weihnachten. Geschützt vor Wind und Wetter, wächst er dort in durchlässigem Boden, direkt am Haus.  Und er hat bis mittags Sonne. Das mag er. Ganz im Schatten ist er blühfaul und sehr schweren und nassen Boden kann er nicht ab. Außerdem braucht dieser Spreizklimmer ein Rankgerüst, an das er gebunden werden kann. Bei mir darf er oben vom Hang herunterwachsen und hängen. Er kann aber auch beschnitten, als niedrige, breite Hecke gezogen werden. Also 3-5m lange Ranken bildet er leicht aus.

Prunus subhirtella ‚Autumnalis‘

Das Blühwunder dieses Großstrauches, oder 5-7m kleinen Baumes, erstreckt sich von Ende Oktober bis Ende März. Er ist also richtig im Winter angesiedelt. Und ich sah eine Gruppe davon  in Kiel, in der Innenstadt, solitär, vor großen Gebäuden. Und ich sehe sie hier als Unterpflanzung von Großbäumen. Auch gut. Man ist so erstaunt, bei wintermildem Wetter, zu Weihnachten, blühende Bäume zu erleben. Und dabei sind sie von malerischer Gestalt, eine Augenweide. Es gibt sie auch in einem stärkeren Rosaton. Die Schneekirsche heißt dann Prunus subhirtella ‚Autumnalis Rosea‘. Sie will nährstoffreichen, aber keinen schweren Lehmboden und kann viel Wind und Trockenheit ab.

Virburnum bodnantense ‚Dawn‘
Der Duftende Winter – Schneeball

Auch er gehört zu den „Weihnachtsgeschenken“ und blüht jetzt noch und vielleicht sogar noch Ostern. Er wächst sparrig bis 3m und mag den Boden weder zu lehmig schwer, noch zu trocken und leicht. Bei starkem Frost erfrieren aufgeblühte Blüten, wie fast bei allen diesen Winterblühern. Aber es erblühen dauernd neue Knospen. Und die sind wieder makellos.

Lonicera Purpursii

Die Winterduft – Heckenkirsche ist ein echter Schatz für Mensch und Tier, wie man sehen kann. Ihre zahlreichen Blüten erscheinen manchmal schon zum Weihnachtsfest. Wenn nicht, hole ich mir dann Zweige zum Vortreiben ins Haus, schon wegen des süßen Duftes. Relativ anspruchslos gedeiht sie noch bei Trockenheit und bildet dabei einen 2-3 m hohen und breiten Strauch, der sehr schnittverträglich ist. Man kann sie gut als Heckenpflanze einsetzen. Ideal als Niststrauch für Vögel. Schnee macht ihr nichts aus.

Lonicera purpursii

Sträucher des Vorfrühlings

Hamamelis japonica

Zaubernuss

Die Japanische Zaubernuss blüht schon ab Januar, hier im Stadtpark von Hamburg. Und hier kann man auch gleich sehen, welchen Boden sie bevorzugt.Sie fühlt sich in nahrhaftem, durchlässigem, eher sauren Milieu wohl, also mit Rhododendren zusammen. Sie mag keinen Wurzeldruck von großen Bäumen. Sie ist ein eleganter Solitärstrauch mit ungewöhnlichen, duftenden Blüten, der es nicht mag, wenn man ihn arg beschneidet. Die Zaubernuss wächst besonders in der Jugend sehr langsam und kann Trockenheit nicht gut ab.

Die Sträucher werden sehr alt: 50 – 60 Jahre. Dieser hat bestimmt auch schon 30 – 40 Jahre auf dem Buckel. Er mag in voller Sonne stehen, bei leichtem Boden ist ein Halbschattenplatz besser. Totalschatten ist schlecht.

Hamamelis x intermedia ‚Diane‘

Diese Zaubernuss steht in meinem Garten und zaubert, wie die meisten ihrer Art, zweimal im Jahr. Nämlich im Vorfrühling mit den Blüten und im Herbst mit orangeroter Verfärbung ihres Blattwerkes. ‚ Diane‘ blüht etwas später, im Februar/März, je nach Wetterverlauf. Dieses Jahr war sie früh dran. Man pflanzt sie so, dass man sie gut von drinnen sehen kann. Und wenn sie dann noch im Gegenlicht der Morgen- oder Abendsonne steht, ist es optimal. ‚Diane‘ hat leider wenig Duft. Es gibt viele Sorten dieser Art mit unterschiedlichen Farben, Düften und Wuchsformen.

Mahonia bealei

Einen etwas vor Wintersonne geschützten Platz , einen Schatten- oder Halbschattenplatz mag diese immergrüne Lederblatt – Mahonie haben. Sie wächst langsam zu einem 2, bis manchmal sogar 3-4 m hohen und breiten Strauch heran. Und sie blüht jetzt und duftet betörend und ist ein echter Blickfang. Wurzeldruck großer Bäume verträgt sie gut. Aber durchlässig und nahrhaft sollte er sein. Große Trockenheit ist auch nichts für sie. Ihre blauen Beeren sind eßbar, werden gern von Vögeln gefressen.

Spiraea  japonica ‚Magic Carpet‘ und Corylopsis pauciflora

Magic passt!… denn es sind hier keine Blüten – es ist dieser rostrote Blattaustrieb der Spiere, der die Blicke wie magisch anzieht. Im Gegenlicht der Sonne ist der Effekt noch spektakulärer. Der Kleinstrauch wird etwa 80 cm hoch und deutlich breiter. Er ist in seinen Boden- und Lichtansprüchen absolut genügsam. Aber sonnige und  warme Plätze bringen deutlich mehr Blütenansatz. Auch fördert ein Rückschnitt um die Hälfte des Strauches, zum Winter, seine Vitalität und seinen Blütenansatz. Ich schneide den Strauch auch nach der ersten Blüte, Ende Juli, leicht zurück. Dann entstehen wieder diese roten Triebe in dem sonst hellgrünen Laub und es gibt noch einmal schöne rosa Doldenblüten.

Dahinter wächst etwas höher im Hang, die Corylopsis, die hellgelbe Scheinhasel. Sie ist verwandt mit der Zaubernuss, bleibt aber mit 2 m Wuchshöhe deutlich kleiner. Sie hat die gleichen Bodenansprüche, humos  und eher sauer bis neutral. Und sie mag es nicht vollsonnig, trocken schon gar nicht. Ihre Blühzeit ist relativ kurz, meistens im März, wenn das Wetter es zuläßt. Es ist ein poetisch zartes Gewächs mit einem feinem Duft.

Salix caprea

Die Salweide will an dieser Stelle unbedingt noch genannt sein. Ich möchte behaupten, dass fast jeder Garten- oder Balkonbesitzer die kleinwüchsige Hängeform, die Salix caprea „Weeping Sally“, kennt. Es ist das meistverkaufte Gehölz hierzulande. Und seitdem wir deutlich mehr auf Insektennährpflanzen für unsere Gärten gucken wollen, habe ich mich auch mit den kleinen, duftenden Hängebäumchen wieder versöhnt. Also ehrlich,  ich konnte sie einfach nicht mehr ab!

Die normale Salweide, wie sie hier an der Straße steht, wird ein Großstrauch oder eben Kleinbaum von 6 – 8 m. Sie kann viel Trockenheit oder auch Nässe vertragen. Sie hat keine großen Ansprüche an den Boden und kann zur Hangbefestigung eingesetzt werden. Man kann sie ebenso auf Knicks pflanzen, wie in Gärten.

Letzten Sonntag sah ich einen uralten  Salweiden – Baum in einem Lübecker Innenhof, in der Altstadt, in der Engelsgrube. In voller Blüte, aber die waren von den Insekten schon reichlich abgenudelt. Da war wohl schon viel Betrieb gewesen. Da die Pflanze ein sehr gutes Ausschlagsvermögen hat, kann man sie alle paar Jahre wieder zurückschneiden, wie wir es auch von Linden kennen. Die Baumkrone bleibt relativ klein und blüht dafür um so doller. So war es auch hier. Ich habe so den Verdacht, dass es das attraktivste Nährgehölz für Insekten ist, was wir haben!

Aber vielleicht, liebe Svenja, magst Du uns zu diesem Thema ja etwas mehr erzählen?

Bis denne, Tine

Svenja schreibt am Frühlingsanfang....

Moin Tine,

ja, das stimmt, Weiden sind wirklich wichtig für viele frühe Insekten, die Frühlingssandbienen zum Beispiel brauchen Weiden…  Es ist für die Insekten wichtig, darauf zu achten,  im Garten eine große Vielfalt von Blüten anzubieten, von früh bis spät und viele unterschiedliche Blütenformen…

Aber ich schreib Dir ein andermal über Insekten mehr, bin grade furchtbar hektisch,   liebe Tine, danke für die schönen Vor-Frühlingsblüher und liebe Grüße

Svenja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.