Grüne Smoothies – ein Trend

Oder steckt mehr dahinter?

Schon vor 2 Jahren wollte ich für die Gruppe Gartenzeit über Smoothies schreiben, doch ein reines Gemüsejournal wird es wohl nicht geben. Die Farbe des „grünen Goldes“ versinnbildlicht allerdings ideal den Veröffentlichungszeitpunkt der neuen Ausgabe von „Das Kleine Grüne 2016“: es ist endlich Frühling, frisches junges Grün überzieht das Land und weckt Lust auf Sonne, warme Luft und noch mehr Farben. Deshalb passt dieses Thema einfach perfekt in die 5.  Ausgabe des DKG.

Das englische Adjektiv „smooth“ hat zu meinem Erstaunen ausgesprochen viele unterschiedliche Bedeutungen, unter anderem „fein, glatt und sämig“ – damit kann ich was anfangen. Smoothies wurden in den USA „erfunden“ und man kennt sie auch bei uns seit dem letzten Jahrhundert vor allem als sehr süß, cremig und gehaltvoll.

Smoothies bezeichnen Mixgetränke von ganzen Früchten und Milchprodukten.

Grüne Smoothies …

dagegen kamen erst vor 10 Jahren in Mode und breiten sich inzwischen über den gesamten Erdball aus. Eine ganze Branche beschäftigt sich ausschließlich mit grünen Smoothies und Geräten zu ihrer Herstellung. Die Amerikanerin Viktoria Boutenko hat erstmalig aufgrund familiärer Gesundheitsprobleme nach Jahren eigentlich zunächst erfolgreicher, reiner Rohkosternährung mit grünen Smoothies experimentiert.  Heute gilt sie weltweit als Erfinderin der grünen Smoothies und anerkannte Gesundheitsaktivistin.

Der grüne Smoothie wird im Mixer frisch aus Pflanzengrün, Früchten und Wasser hergestellt. Hierbei werden grüne Pflanzen und Früchte als Ganzes genutzt und es gibt kaum Abfälle bei der Herstellung. Der grüne Smoothie enthält praktisch alle Mikronährstoffe, die der Mensch braucht. Diese befinden sich in den natürlichen Blättern und Früchten, die durch den Mixvorgang extrem fein aufgeschlossen werden, so dass sie der Körper schnell und vollständig über den Magen-Darm-Trakt in seinen Stoffwechsel aufnehmen kann. Im menschlichen Organismus entfalten diese lebenswichtigen Inhaltsstoffe dann eine Vielzahl von positiven Wirkungen in Bezug auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.
Grüne Smoothies sind für alle Altersgruppen verträglich, sie stärken das Immunsystem und verhindern Erkrankungen.

Leiden, die durch Übersäuerung begünstigt werden – wie beispielsweise Allergien, Arteriosklerose, Gallensteine, Osteoporose, Übergewicht und Rheuma – wird mit dem grünen Smoothie wirksam vorgebeugt.

Die Nährstoffdichte ist – wissenschaftlich nachgewiesen – in grünen Blättern sehr hoch, deshalb schmecken diese in rohem Zustand oft herb und bitter. Durch den Aufschluss des Pflanzengrüns in einem leistungsfähigen Mixer (die Zellwände der Pflanzenteile werden bei rund 30.000 Umdrehungen pro Minute komplett aufgebrochen) und die Zugabe von reifen Früchten sowie Wasser schmeckt ein grüner Smoothie angenehm samtig-cremig und seine Inhaltsstoffe werden optimal aufgenommen.

Grüne Smoothies können uns täglich mit einer Fülle von Vitaminen, Mineralstoffen, essenziellen Aminosäuren, Spurenelementen und Antioxidanzien versorgen. Sie enthalten ausreichend Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate und eine große Anzahl von wertvollen sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Man geht heute von mindestens 100.000 Einzelsubstanzen aus, darunter Carotinoide, Tannine, Phytoalexine und viele andere. Sie werden auch als bioaktive Stoffe bezeichnet, weil sie teilweise sehr starke biochemische Wirkungen entfalten können. In der Naturheilkunde sind sekundäre Pflanzenstoffe wegen ihrer starken Heilwirkung von großer Bedeutung.

Beispielsweise senken Polyphenole aus dem Granatapfel den Blutdruck, wirken Saponine und Flavonoide aus grünen Blättern entzündungshemmend und verringern Phytosterine aus Äpfeln erhöhte Blutfettwerte.

Der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll kann beispielsweise krebserregende Stoffe wirksam neutralisieren, wie Studien ergaben. Je dunkelgrüner eine Pflanze ist, desto mehr vom wertvollen Chlorophyll enthält sie. Auch eine Menge wichtige Ballaststoffe gelangen durch den grünen Smoothie in unseren Körper.

Grüne Smoothies selbst mixen

Künftig können Sie auf jegliche Nahrungsergänzungsmittel, vor allem künstlich hergestellte, verzichten, indem Sie Ihren grünen Smoothie ganz einfach selbst mixen.

Zahlreiche Salat- und Kohlsorten sowie Spinat warten darauf, als gesunde Smoothie-Bestandteile entdeckt zu werden. Daneben erleichtert der Smoothie Ihnen auch die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen täglichen 5 Portionen an Obst und Gemüse in ausreichender Menge aufzunehmen, damit Sie auch wirklich alle notwendigen Mikronährstoffe bekommen. Durch die sehr feine Zerkleinerung der Smoothie-Zutaten im Mixer sind alle frischen Nahrungsenzyme frei verfügbar und es entstehen keine Verdauungsbeschwerden, wie sie viele Menschen oft beim Verzehr von Rohkost haben.

Wildkräuter im grünen Smoothie

Man sollte immer viele unterschiedliche Blätter und Früchte verwenden, um möglichst viele Vitamine in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben. Besonders reich an Vitamin C sind Wildkräuter wie die Brennnessel, das Scharbockskraut oder der Giersch.

Junge Giersch-Pflanzen kommen aus dem Boden

Auch Wildkräuter, wie Löwenzahn, Brunnenkresse, Vogelmiere, Weißer Gänsefuß, Gänseblümchen, Wilde Malve und viele andere sowie Blätter von Laubbäumen (Linde, Birke usw.), Büschen und Sträuchern (Weißdorn, Brombeere, Himbeere etc.),  junge Triebe von Nadelbäumen (Lärche, Kiefer, Fichte usw.) und Getreidesprösslinge (Dinkel, Gerste etc.) können Ihren Smoothie bereichern.

Bisher fanden viele dieser Nahrungsmittel wenig Beachtung, weil es zum einen nicht bekannt war, wie vitalstoffreich sie sind und es andererseits bisher keine Möglichkeit gab, sie auf schmackhafte und unkomplizierte Weise zu sich zu nehmen.

Achten sollte man immer darauf, dass die Wildkräuter nur an sauberen, schadstoffarmen Standorten gesammelt werden. Am Anfang darf man nur kleine Wildkräutermengen in den Smoothie geben, damit es nicht zu starken, einschränkenden Entgiftungserscheinungen kommt. Die Mengen kann man dann ohne Probleme kontinuierlich steigern. Auch sind Wildkräuter, die im ertragreichen Frühjahr und im Sommer gesammelt werden, einfach einzufrieren. Die Verluste von Vitalstoffen sind dabei gering und man muss im Winter nicht auf Wildkräuter im Smoothie verzichten.

Das Schöne am grünen Smoothie ist, dass jeder ihn so herstellen kann, wie es seinen persönlichen Nahrungsbedürfnissen und Geschmacksvorlieben entspricht. Grundsätzlich darf die Menge der Früchte jedoch nicht mehr als
50 % überschreiten, denn nur in dieser Kombination naturbelassener Zutaten ist der Smoothie am bekömmlichsten und kann seine vielfältige Wirkung auch voll entfalten.
Man sollte jedoch stets darauf achten, dass die Smoothie-Zutaten biologisch angebaut werden, weil die ganze Pflanze verwendet wird und damit Schadstoffbelastungen ausgeschlossen werden können. Dafür ist ein eigener Garten genau das Richtige. Hier haben Sie die beste Übersicht über alles kleine und große Grün, das Sie im Smoothie verwenden möchten.
Und grüne Smoothies fördern eine Ernährung aus der Region und im Einklang mit den Jahreszeiten. Saisonalität ist also wichtig, damit die Smoothie-Zutaten möglichst frisch und reif sind.

Gut in grünen Smoothies - Löwenzahn auf der Wiese gesammelt

Wildkräuterwanderung

Wenn Sie gerne Wildkräuter in Ihrem Smoothie verwenden möchten und sich unsicher beim Identifizieren der Pflanzen sind, ist es sinnvoll an einer geführten Kräuterwanderung teilzunehmen. Anfragen hierzu können sie an die Autorin Christiane Büch stellen, die mit Ihnen in einer Gruppe im Rahmen eines Seminars Wildpflanzen sammeln geht und Ihnen auch zeigt, wie diese für einem Grünen Smoothie genutzt werden können.
Telefon 045 599 997 86 oder E- Mail: chbuech@garten-zeit.de.

Interessante, wichtigeTipps und vielseitige Rezepte zur Herstellung grüner Smoothies bekommen Sie in dem Buch
„Grüne Smoothies“
von Dr. med. Christian Guth und Burkhard Hickisch,
Gräfe und Unzer Verlag GmbH,
ISBN: 978-3-8338-4036-4.

Weitere Informationen zum Wissen rund um den grünen, gesunden und leckeren Smoothie erhalten Sie auch im Internet, und zwar unter anderem auf der Website www.gruenesmoothies.de

Kerstin Tina Hamann

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