Winterfreude mit Judasohren

Am 31.01.2018 um 10:10 schrieb Christiane Büch :

Moin, Svenja!

Die Sonne hat mich in den Garten gezogen – mein Gott, hab ich die Nase voll vom ewigen Trübsalswetter!

Und wie ich da so am Abschneiden von trockenen Brennnessel – und Weidenröschenstängeln bin…
oben am Teich, in der „wilden Ecke“, wo auch der Hopfen darf, wie er will …

also da entdecke ich doch plötzlich zimtbraun und erntebereit eine Großfamilie von Judasohren im Gebüsch … am abgestorbenen Hollunderstrunk natürlich, denn darauf siedeln sie sich am liebsten an.

Der Hollunder war vor 2 Jahren so gut wie abgestorben gewesen, vertrocknet, nehme ich mal an… sodass ich ihn stark zurückgesägt hatte.

Das abgesägte Dickholz hatte ich ans Teichufer gelegt, feucht… um das Wachstum eben dieses kostbaren Pilzes anzuregen.

Mit wenig Erfolg: einige Winzpilze kommen, aber zu wenig, um zu ernten.
Den Stumpf hatte ich vergessen, der war ja auch völlig eingewuchert.
Und nun diese Überraschung!

Juchuu…es gibt heute Pilze zum Abendbrot!

Eßt ihr die eigentlich auch?

Gartenfroh, Tine

P.S. Judasohren… auch Hollunderpilz genannt, bot. Auricularia auricula-judae.

Am 31.01.2018 um 13:13 schrieb Svenja Schwedtke :

Liebe Tine,

oh, das ist ja aufregend, Judasohren…..

Und ich hab KEINE Ahnung davon.  Ehrlich, überhaupt nicht von Pilzen – und der Mann hat Angst 🙂

Was machst Du damit?  Wie erntet man die überhaupt und wie bereitest Du die zu??? Spannend!!

Hier war’s gestern natürlich auch sooo schön und sonnig, es ist alles explodiert bei den warmen Temperaturen in den letzten Tagen.  Die ersten der kleinen Iris reticulata-Sorten von dem Kanadier Alan Mcmurtrie blühen, leider finden die Kaninchen das auch aufregend….  Mistviecher, aber man kann sie ja verstehen, die sehen auch wirklich lecker aus….

und die Helleboren treiben aus wie doll und verrückt.  Wann schneidest Du denn bei denen die Blätter ab?  Im Moment sind sie noch schön und ich hab Angst, dass es noch mal kalt wird, da ist so’n bisschen Laub ja doch kuscheliger…..

Tine, genieß den Tag trotz Schmuddelwetter und liebe Grüße von Schreibtisch zu Schreibtisch

Svenja

 

Am 31.01.2018 um 20:10 schrieb Christiane Büch :

Also, liebe Svenja…

das mit den Judasohren ist ja so einfach, weil sie unverwechselbar sind.

Einfach, weil sie im Winter auf Hollunder wachsen. Aber ich habe sie auch schon auf Birken und Fichten gesehen.

Du kennst sie sicher aus der chinesischen Küche, die braunen Glibberstreifen aus Pilz in der süßsauren Suppe?

Mit ihrer Textur sind sie einzigartig, ähnlich Meeresalgen und sie nehmen sehr gut den Geschmack von hinzugefügten Gewürzen an… denn sie selbst sind eher zurückhaltend mit ihrem Pilzaroma.
Deshalb mische ich sie gern auch mit anderen Pilzen.

Hier hatte ich nun gerade braune Champignons im Kühlschrank und habe eine Wildfleisch-Gewürzmischung dazugetan, das sog. „Wildgewürz“ von der Firma ALTES GEWÜRZAMT.

Das ist eine aufregende Mischung aus: Wacholderbeeren, schwarzem Pfeffer, langem Pfeffer, Kubebenpfeffer, Piment, Mönchspfeffer, Koriander, Knoblauch, Zimtblüten, Orangenschale, Gewürznelken, Thymian und Kardamomsaat..wou!

Das Gewürz habe ich zu Weihnachten bekommen, als hätte Katja von der Rehkeule gewußt, die ich für den 1. Weihnachtstag geplant hatte.

Jetzt sah ich eine neue Chance, dieses etwas waldig opulente Gewürz einzusetzen.

Zuerst habe ich Ghee in der Pfanne erhitzt,dann Zwiebeln hinein, feingehackt natürlich und zusammen mit Chilifäden, Chilischote, der Gewürzmischung und Meersalz verrührt, mit Quittenwein abgelöscht und das ganze einen Moment einköcheln lassen.

Und dann erst die Judasohren hinzugegeben und eine Minute braten lassen und dann die Champignons dazugegeben mit etwas Wasser, weil die Mischung zu trocken wurde.

Auf kleiner Flamme 10 min. köcheln lassen.

Dann abschließend ein Schuss Sahne dazu und das ganze wieder etwas einkochen lassen.

Du kannst auch etwas Teffmehl oder Braunhirsemehl zum Andicken benutzen, wenn Du eine zu flüssige Soße nicht gebrauchen kannst, so wie wir hier mit dem Salat und den Falafel als Beilage.

Und was diese Pilze auszeichnet sind die Inhaltsstoffe. Sie werden in der Chinesischen Medizin benutzt, verbessern die Fließfähigkeit des Blutes, wirken entzündungshemmend und senken den Cholesterinspiegel.

Sie sind reich an Kalium, Eisen, Magnesium, enthalten Vit. B1, Silicium und Phosphor.

Hättest Du das gedacht?

Ich schreib Dir morgen, was ich mit meinen Helleborus gemacht habe… habt noch einen schönen Abend ihr beiden …Tine

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.